Eine Checkliste für die Immobilienbesichtigung ist für jeden Kaufinteressenten eines der wichtigsten Werkzeuge auf dem Weg zur richtigen Kaufentscheidung. Der Immobilienmarkt in Frankfurt am Main und im Rhein-Main-Gebiet ist anspruchsvoll: Hochwertige Exposéfotos und professionell gestaltete Grundrisse vermitteln oft einen idealisierten Eindruck, der mit der Realität vor Ort nur bedingt übereinstimmt. Wer ohne Vorbereitung in einen Besichtigungstermin geht, übersieht leicht strukturelle Mängel, stellt die falschen Fragen – oder trifft eine Entscheidung unter emotionalem Druck, die später teuer werden kann.
Bei Marc Härter Immobilien begleiten wir Käufer nicht nur beim Kauf, sondern bereiten sie auch gezielt auf Besichtigungstermine vor. In diesem Ratgeber geben wir Ihnen eine strukturierte Schritt-für-Schritt-Anleitung mit allen relevanten Prüfpunkten – von der ersten Vorbereitung über den Rundgang vor Ort bis hin zur Nachbereitung. Nutzen Sie unsere Checkliste für die Immobilienbesichtigung als praktisches Arbeitsmittel für jeden Termin.
Warum eine Checkliste bei der Immobilienbesichtigung so entscheidend ist
Immobilienkäufer stehen bei der Besichtigung vor einer psychologischen Herausforderung: Kaum betreten sie ein ansprechendes Objekt, setzt ein emotionaler Mechanismus ein, den Verhaltensforscher als den sogenannten Endowment-Effekt beschreiben – man beginnt gedanklich bereits, die Immobilie als die eigene zu betrachten. Das trübt den kritischen Blick erheblich. Eine strukturierte Checkliste hilft, diese Falle zu umgehen und das Objekt so rational wie möglich zu bewerten.
Hinzu kommt: Bei Bestandsimmobilien gilt in Deutschland der Grundsatz „gekauft wie gesehen“. Im Nachhinein können Mängel in der Regel nicht geltend gemacht werden, sofern sie nicht arglistig verschwiegen wurden. Die gesetzliche Gewährleistung beim Immobilienkauf ist durch notarielle Kaufverträge in der Regel weitgehend ausgeschlossen. Wer Mängel übersieht, muss für deren Behebung selbst aufkommen – und das kann schnell fünf- bis sechsstellige Sanierungskosten bedeuten. Eine sorgfältige Checkliste für die Immobilienbesichtigung ist damit kein Luxus, sondern finanziell gebotene Sorgfalt.
Was auf dem Spiel steht: Typische versteckte Kosten
In der Praxis begegnen uns bei Marc Härter Immobilien regelmäßig Situationen, in denen Käufer nach dem Kauf mit erheblichen Folgekosten konfrontiert werden, die bei einer gewissenhaften Besichtigung hätten erkannt werden können. Schimmel hinter frisch gestrichenen Wänden, eine Heizungsanlage kurz vor dem Totalausfall, Bleileitungen im Trinkwassernetz oder eine veraltete Elektroinstallation – all das sind Kostenfallen, die sich mit der richtigen Vorbereitung identifizieren lassen. Gerade im Frankfurter Altbaubestand, etwa im Nordend oder im Sachsenhausen, sind diese Themen besonders relevant.
Nur fünf Prozent der Mängel sind auf den ersten Blick sichtbar
Eine oft zitierte Faustregel aus der Praxis der Bausachverständigen besagt, dass lediglich rund fünf Prozent aller relevanten Mängel bei einer oberflächlichen Begehung erkennbar sind. Der große Rest verbirgt sich hinter Verkleidungen, in technischen Anlagen oder offenbart sich erst durch gezielte Fragen. Das ist ein wichtiger Grund, weshalb wir empfehlen, zur Zweitbesichtigung einen unabhängigen Bausachverständigen hinzuzuziehen – insbesondere bei Bestandsgebäuden mit einem Baujahr vor 1980.
Checkliste Immobilienbesichtigung: Die Vorbereitung vor dem Termin
Eine gute Hausbesichtigung beginnt nicht vor Ort, sondern am Schreibtisch. Je mehr Sie im Vorfeld über die Immobilie und ihre Umgebung wissen, desto gezielter können Sie beim Termin fragen und prüfen. Wir empfehlen, mindestens zwei Stunden für die Vorbereitung einzuplanen.
Unterlagen und Informationen im Vorfeld einholen
Fordern Sie bereits vor der Besichtigung alle verfügbaren Unterlagen an. Ein seriöser Verkäufer oder Makler wird Ihnen diese bereitwillig zur Verfügung stellen. Studieren Sie das Exposé sorgfältig und notieren Sie alle Punkte, die Fragen aufwerfen. Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie auf die Wohnflächenangabe legen: Für die Bankfinanzierung verlangen Kreditinstitute in der Regel eine Berechnung nach der strengeren Wohnflächenverordnung (WoFlV). Viele Exposés verwenden hingegen die DIN 277, die Nebenräume und Abstellflächen großzügiger einbezieht. Abweichungen können bei der Finanzierungszusage zu Problemen führen und sollten frühzeitig geklärt werden. Einen aktuellen Grundbuchauszug sollten Sie ebenfalls anfordern – er gibt Auskunft über Eigentumsverhältnisse, Grundschulden und mögliche Lasten und Beschränkungen wie Wegerechte, Nießbrauch oder Vorkaufsrechte.
Finanzierung und Budgetrahmen klären
Klären Sie Ihre Finanzierungsgrenze verbindlich, bevor Sie zur Besichtigung gehen. Eine Finanzierungsbestätigung Ihrer Bank signalisiert dem Verkäufer Ihre Ernsthaftigkeit und verschafft Ihnen einen Vorteil gegenüber anderen Interessenten. Planen Sie dabei stets einen Puffer für mögliche Sanierungskosten ein. Die Kaufnebenkosten – Grunderwerbsteuer, Notar- und Gerichtskosten sowie ggf. Maklerprovision – belaufen sich in Hessen in der Regel auf 9 bis 12 Prozent des Kaufpreises und müssen zusätzlich zum Eigenkapital vorhanden sein.
Was Sie zur Besichtigung mitbringen sollten
Ausrüstung und Unterlagen für einen professionell vorbereiteten Besichtigungstermin:
| Gegenstand / Unterlage | Wofür? |
|---|---|
| Zollstock oder Maßband | Raummaße prüfen, Möbelplanung, Wohnflächenabgleich |
| Taschenlampe | Keller, Dachboden, schlecht beleuchtete Ecken und Nischen |
| Wasserwaage | Bodengefälle, Wandneigungen, Setzungsschäden erkennen |
| Smartphone / Kamera | Dokumentationsfotos (mit Erlaubnis des Eigentümers) |
| Notizblock und Stift | Antworten des Verkäufers festhalten, Eindrücke dokumentieren |
| Checkliste Immobilienbesichtigung (ausgedruckt) | Systematisches Abarbeiten aller Prüfpunkte |
| Finanzierungsbestätigung der Bank | Ernsthaftigkeit signalisieren, Verhandlungsposition stärken |
| Exposé mit notierten Fragen | Abgleich der Angaben vor Ort, gezielte Nachfragen |
Unser Tipp aus der Praxis: Gehen Sie nach Möglichkeit nicht allein zum Besichtigungstermin. Eine Begleitperson – am besten mit handwerklichem oder bautechnischem Hintergrund – sieht Dinge, die Ihnen entgehen. Vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei, und eine gewisse emotionale Distanz zum Objekt hilft, objektiv zu bleiben.
Den richtigen Besichtigungstermin wählen – Tipps zur Terminplanung
Wann Sie besichtigen, hat erheblichen Einfluss auf das, was Sie sehen können. Wir empfehlen grundsätzlich einen Termin bei Tageslicht. Mängel an Fassade, Dach, Außenanlagen und Innenräumen sind bei natürlichem Licht deutlich besser erkennbar als unter Kunstlicht. Feuchtigkeitsschäden, Verfärbungen im Mauerwerk und Risse in Putz und Fliesen treten bei gutem Tageslicht klar hervor. Im Winter sind die Tagesstunden knapp – planen Sie den Termin daher möglichst auf den frühen Nachmittag.
Mehrere Besichtigungstermine zu unterschiedlichen Zeiten
Ein einziger Termin reicht für eine fundierte Kaufentscheidung selten aus. Vereinbaren Sie mindestens zwei Besichtigungen: einen werktäglichen Termin, um die Lärmbelastung durch Verkehr und Nachbarschaft realistisch einschätzen zu können, sowie einen Abendtermin, um die Nachbarschaftssituation und die Lichtverhältnisse in den Wohnräumen zu erleben. Wer eine Immobilie in einem begehrten Frankfurter Stadtteil wie dem Westend kauft, sollte auch die Parksituation und das Straßenleben zu Stoßzeiten beurteilen – das lässt sich nur vor Ort und zur richtigen Zeit einschätzen.
Die Umgebung vor der Besichtigung erkunden
Laufen Sie vor dem eigentlichen Termin durch die Umgebung. Gibt es Industrie- oder Gewerbebetriebe in der Nähe? Wie ist die ÖPNV-Anbindung? Wo liegen Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Kindergärten? Liegt die Immobilie im Einflussbereich von Fluglärm oder Eisenbahnstrecken? Viele dieser Fragen lassen sich zwar vorab über digitale Karten klären – der persönliche Eindruck vor Ort ist jedoch durch nichts zu ersetzen. Beachten Sie auch, ob für die nähere Umgebung Bauprojekte oder Straßensanierungen geplant sind, die den Wert oder die Wohnqualität beeinflussen könnten.
Checkliste Außenbereich: Fassade, Dach und Grundstück
Bevor Sie das Gebäude betreten, sollten Sie sich ausreichend Zeit für eine gründliche Inspektion des Außenbereichs nehmen. Die Bausubstanz eines Hauses zeigt sich oft zuerst an der Fassade und am Dach. Schäden an diesen Elementen können erhebliche Sanierungskosten nach sich ziehen.
Fassade und Außenwände
Prüfen Sie die Fassade auf Risse, Putzabplatzungen, Verfärbungen und feuchte Stellen. Horizontale oder diagonale Risse können auf Setzungsschäden hinweisen und sollten immer von einem Bausachverständigen beurteilt werden. Achten Sie auf Alarmzeichen wie einen frisch aufgetragenen Außenanstrich – das kann ein Hinweis darauf sein, dass Mängel verdeckt werden sollen. Fragen Sie in diesem Fall ausdrücklich nach dem Zeitpunkt und dem Grund der Renovierungsarbeiten. Prüfen Sie außerdem den Zustand der Fenster und Außentüren: Dichtungen, Rahmen und Verglasung geben Aufschluss über den energetischen Zustand und mögliche Wärmebrücken.
Dach und Dachstuhl
Das Dach ist einer der kostenintensivsten Sanierungsbereiche. Prüfen Sie sichtbar, ob Dachziegel fehlen, verschoben oder beschädigt sind. Fragen Sie nach dem Alter des Daches und dem letzten Sanierungszeitpunkt. Ein Dachstuhl aus Holz sollte auf Holzschädlinge wie den Hausbock überprüft werden – charakteristisches Anzeichen ist Holzmehl auf dem Boden des Dachbodens. Lassen Sie sich unbedingt den Dachboden zeigen und leuchten Sie alle Winkel mit der Taschenlampe aus.
Grundstück, Garten und Grenzbebauung
Im Gartenbereich richten Sie Ihren Blick weniger auf die Bepflanzung als auf die Licht- und Schattenverhältnisse sowie die Abgrenzung zu den Nachbarn. Bauliche Anlagen wie Carports, Gartenhäuser oder Terrassenüberdachungen sind häufig Quelle rechtlicher Konflikte, wenn sie ohne Baugenehmigung errichtet wurden. Fragen Sie gezielt nach den Genehmigungsdokumenten für alle Anbauten. Informieren Sie sich außerdem, ob auf dem Grundstück oder in der unmittelbaren Umgebung Baulastenverzeichnis-Einträge oder Altlastenverdachtsflächen vorliegen – entsprechende Auskünfte erteilt das zuständige Bauamt der Kommune.
Checkliste Innenbereich: Keller, Wohnräume und Schäden erkennen
Beim Rundgang durch das Innere des Gebäudes empfehlen wir, systematisch vorzugehen: Beginnen Sie im Keller – er ist das Fundament des Hauses und zeigt Feuchtigkeit und strukturelle Probleme oft am deutlichsten. Arbeiten Sie sich dann Etage für Etage nach oben vor und schließen Sie den Rundgang auf dem Dachboden ab. Besichtigen Sie ausnahmslos alle Räume, auch Abstellkammern und Nebenräume, in denen sich Mängel verstecken können.
Keller und Fundament
Der Keller ist ein wichtiger Indikator für den Gesamtzustand der Immobilie. Achten Sie auf modrigen Geruch, der auf dauerhaften Feuchtigkeitseintrag hinweist. Wasserränder oder Salzausblühungen an den Wänden sind zuverlässige Zeichen für zurückliegende oder anhaltende Durchfeuchtung. Prüfen Sie auch, ob Kellerräume zu Wohnzwecken genutzt werden – das ist häufig ohne die erforderliche Baugenehmigung geschehen und kann bei der Wohnflächenberechnung zu Unstimmigkeiten führen. Fragen Sie nach vorliegenden Feuchtigkeitsmessungen oder Sanierungsberichten.
Wohnräume, Bäder und Böden
Kontrollieren Sie sämtliche Wände und Decken auf Feuchtigkeitsflecken, Schimmelbefall und Risse. Prüfen Sie besonders die Ecken, in denen Wände auf Außenwände treffen – dort bildet sich Schimmel aufgrund von Wärmebrücken am häufigsten. Testen Sie alle Türen und Fenster auf Gangbarkeit. Wackelnde Fußbodendielen, hohle Stellen unter Fliesen oder schiefe Böden können auf Schäden am Unterboden oder auf Setzungserscheinungen hinweisen. Legen Sie die Wasserwaage auf den Boden – eine deutliche Neigung ist immer ein Hinweissignal, das weiter untersucht werden sollte. Im Badezimmer testen Sie Wasserhähne, Duschen und Toilettenspülung auf Funktion sowie Wasserdruck.
Technische Anlagen prüfen: Heizung, Elektrik und Wasserleitungen
Technische Anlagen sind nach der Bausubstanz der zweite große Kostenblock bei einem Immobilienkauf. Heizungsanlage, Elektroinstallation und Wasserleitungen sind teuer in der Erneuerung und müssen bei der Besichtigung detailliert unter die Lupe genommen werden. Für das Jahr 2026 sind dabei einige neue rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten.
Heizungsanlage und Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2026
Fragen Sie nach dem Alter der Heizungsanlage, dem Brennstofftyp und dem letzten Wartungsprotokoll. Besonders wichtig ist 2026 die Frage nach dem Stand der kommunalen Wärmeplanung: In vielen Großstädten und Ballungsräumen – darunter Frankfurt am Main – greift mittlerweile die Vorgabe des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), wonach bei einem Heizungstausch in der Regel mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien eingesetzt werden müssen. Das bedeutet konkret: Wer eine Immobilie mit einer alten Gas- oder Ölheizung kauft, muss beim nächsten Heizungstausch erhebliche Investitionen einplanen – in eine Wärmepumpe, einen Fernwärmeanschluss oder eine H2-Ready-Hybridheizung. Lassen Sie sich den Energieausweis bereits bei der ersten Besichtigung vorlegen – der Verkäufer bzw. Makler ist dazu gesetzlich verpflichtet. Achten Sie nicht nur auf die Energieeffizienzklasse, sondern insbesondere auf die Treibhausgas-Emissionsklasse, da der CO2-Preis auf fossile Brennstoffe in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist und die Betriebskosten spürbar beeinflusst.
Elektroinstallation
Veraltete Elektroinstallationen aus den 1950er bis 1970er Jahren – erkennbar an Schmelzsicherungen, Aluminiumleitungen oder unzureichender Anzahl von Steckdosen – entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen und müssen vollständig erneuert werden. Das ist ein teures Unterfangen, das bei der Budgetkalkulation berücksichtigt werden muss. Prüfen Sie den Sicherungskasten und fragen Sie nach dem Zeitpunkt der letzten elektrischen Prüfung. Notieren Sie, ob ein ausreichendes Netz an FI-Schutzschaltern vorhanden ist.
Wasserleitungen und Trinkwasserverordnung
Ein wichtiger Prüfpunkt für Bestandsimmobilien: Die Übergangsfrist der Trinkwasserverordnung zum Austausch von Bleileitungen ist am 12. Januar 2026 abgelaufen. Bleirohre im Trinkwassernetz sind seither ein unmittelbarer rechtlicher Mangel und dürfen nicht mehr betrieben werden. Wenn Sie eine Immobilie mit Baujahr vor 1970 besichtigen, fragen Sie ausdrücklich nach dem Material der Trinkwasserleitungen und ob Bleileitungen bereits vollständig getauscht wurden. Ein entsprechendes Sanierungsprotokoll sollte vorgelegt werden können. Verrostete Leitungen oder niedriger Wasserdruck an den Hähnen sind weitere Indikatoren für sanierungsbedürftige Installationen.
Welche Unterlagen sollten Sie bei der Immobilienbesichtigung einfordern?
Eine vollständige Dokumentation ist die Grundlage jeder seriösen Kaufentscheidung. Die nachfolgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Unterlagen, die Sie spätestens bei der Zweitbesichtigung vorliegen haben sollten. Viele Dokumente sollten Sie bereits vor dem ersten Termin anfordern.
| Unterlage | Inhalt und Relevanz | Wer stellt aus? |
|---|---|---|
| Grundbuchauszug | Eigentumsverhältnisse, Grundschulden, Dienstbarkeiten | Verkäufer / Grundbuchamt |
| Energieausweis | Energieeffizienz, CO2-Emissionen, Heizungsart | Verkäufer (Vorlagepflicht bei erster Besichtigung) |
| Baupläne / Grundrisse | Raumaufteilung, tragende Wände, Anbauten | Verkäufer / Bauamt |
| Liegenschaftskarte / Flurstückkarte | Genaue Lage und Grenzen des Grundstücks | Katasteramt der Gemeinde |
| Wohnflächenberechnung (WoFlV) | Nachweis der Wohnfläche für Bankfinanzierung | Verkäufer / Architekt |
| Baulastenverzeichnis-Auskunft | Öffentlich-rechtliche Beschränkungen (z. B. Wegerecht) | Bauamt / Gemeinde |
| Renovierungs- und Wartungsnachweise | Durchgeführte Instandhaltungsmaßnahmen mit Belegen | Verkäufer |
| Nebenkostenabrechnung (letzten 2–3 Jahre) | Laufende Betriebskosten realistisch einschätzen | Verkäufer |
Lassen Sie sich zu konkreten Umbau- oder Modernisierungsmaßnahmen immer die Originalrechnungen vorlegen. Wenn Gewährleistungsansprüche gegenüber ausführenden Handwerksbetrieben noch bestehen, müssen diese beim Verkauf vertraglich auf Sie als Käufer abgetreten werden. Das ist ein rechtlich relevanter Punkt, der im Kaufvertrag entsprechend geregelt werden muss.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Ratgeber dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Angaben zu gesetzlichen Anforderungen – insbesondere zum Gebäudeenergiegesetz (GEG) und zur Trinkwasserverordnung – wurden nach bestem Wissen zusammengestellt, können sich jedoch durch Gesetzesänderungen oder neue Rechtsprechung verändern. Bei konkreten rechtlichen Fragen empfehlen wir die Hinzuziehung eines qualifizierten Fachanwalts oder Sachverständigen.
Die richtigen Fragen stellen: Was Sie den Verkäufer und Makler unbedingt fragen sollten
Eine Hausbesichtigung ist kein stiller Rundgang – sie ist ein Informationsgespräch. Je präziser Ihre Fragen, desto aufschlussreicher die Antworten. Notieren Sie alle Antworten direkt, denn Sie werden Details nach mehreren Besichtigungen schnell verwechseln. Achten Sie dabei nicht nur auf den Inhalt der Antworten, sondern auch auf Zögern, Ausweichen oder unpräzise Formulierungen – das können Hinweise auf verschleierte Mängel sein.
Fragen zur Immobilie und ihrer Geschichte
Folgende Fragen sollten Sie bei der Immobilienbesichtigung stellen: In welchem Jahr wurde das Gebäude errichtet, und was ist über die Baugeschichte bekannt? Gab es in der Vergangenheit Feuchtigkeitsprobleme, Schimmelbefall oder Wasserschäden? Sind dem Verkäufer aktuelle oder zurückliegende Mängel bekannt? Wurden Umbau- oder Sanierungsmaßnahmen mit Genehmigung durchgeführt – und liegen die entsprechenden Dokumente vor? Warum wird die Immobilie verkauft? Wie lange ist sie bereits auf dem Markt? Gab es zuvor bereits andere Kaufangebote, und wenn ja, warum sind diese nicht zustande gekommen?
Fragen zu Kosten und Konditionen
Wie hoch sind die monatlichen Betriebskosten und Nebenkosten der Immobilie? Gibt es offene Hausgeldabrechnungen oder beschlossene, noch nicht durchgeführte Sanierungsmaßnahmen (relevant bei Eigentumswohnungen)? Ist die vorhandene Ausstattung – Einbauküche, Lampen, Markisen – im Kaufpreis inbegriffen? Wie lange ist das Grundstück bereits im Eigentum der Verkäufer? Interessierte Käufer sollten für eine erste Kaufpreiseinordnung auch unsere Übersicht der Immobilienpreise in Frankfurt 2026 zu Rate ziehen, um einschätzen zu können, ob der Angebotspreis marktgerecht ist.
Nach der Besichtigung: Eindrücke auswerten und nächste Schritte planen
Direkt nach dem Termin – noch im Auto oder auf dem Heimweg – sollten Sie Ihre unmittelbaren Eindrücke festhalten, bevor sie verblassen. Wie war das Bauchgefühl? Fühlten Sie sich in den Räumen wohl? Welche offenen Punkte müssen noch geklärt werden? Eine ehrliche Nachbetrachtung ist mindestens genauso wichtig wie die Checkliste während der Besichtigung selbst.
Objekte vergleichen und Entscheidung strukturieren
Wenn Sie mehrere Objekte besichtigen, empfehlen wir, für jedes eine identische Checkliste zu führen und die Ergebnisse anschließend direkt zu vergleichen. Subjektive Eindrücke verblassen schnell – eine strukturierte Dokumentation mit Fotos und Notizen ermöglicht eine sachlichere Entscheidung. Achten Sie darauf, neben Mängeln auch Stärken und Potenziale festzuhalten.
Zweite Besichtigung mit Bausachverständigem
Besteht nach dem ersten Termin ernsthaftes Kaufinteresse, ist eine zweite Besichtigung mit einem unabhängigen Bausachverständigen dringend zu empfehlen. Informieren Sie den Verkäufer im Vorfeld über die Begleitung durch einen Experten – ein seriöser Verkäufer wird dem zustimmen. Die Kosten für ein Kurzgutachten liegen typischerweise zwischen 300 und 700 Euro, können aber Fehlkäufe mit fünf- bis sechsstelligen Sanierungsfolgekosten verhindern. Ein Sachverständiger erkennt Mängel, die dem Laienauge verborgen bleiben, und gibt Ihnen außerdem eine fundierte Grundlage für Preisverhandlungen an die Hand. Für eine erste Einschätzung des Marktwertes können Sie auch unsere Wertermittlung für Immobilien in Hessen in Anspruch nehmen.
Checkliste Eigentumswohnung: Besondere Prüfpunkte für Käufer
Beim Kauf einer Eigentumswohnung gelten über die allgemeine Checkliste hinaus einige spezifische Prüfpunkte, die im Rahmen der Wohnungseigentumsgemeinschaft (WEG) relevant sind. Diese können erhebliche finanzielle Auswirkungen haben und sollten vor der Kaufentscheidung sorgfältig geprüft werden.
Hausgeld, Instandhaltungsrücklage und Protokolle
Fordern Sie die Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen an. Sie zeigen, welche Sanierungsmaßnahmen beschlossen wurden, welche Konflikte innerhalb der Gemeinschaft bestehen und wie die Verwaltung des Gemeinschaftseigentums organisiert ist. Prüfen Sie die Höhe der Instandhaltungsrücklage – eine zu gering dotierte Rücklage bedeutet, dass zukünftige Sanierungsmaßnahmen am Gemeinschaftseigentum durch Sonderumlagen finanziert werden müssen, die alle Eigentümer anteilig zu tragen haben. Fragen Sie nach bereits beschlossenen, aber noch nicht durchgeführten Maßnahmen und klären Sie, ob der Verkäufer seinen Anteil daran bereits entrichtet hat oder ob die Verpflichtung auf Sie als Käufer übergeht.
Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung
Die Teilungserklärung legt fest, was zum Sondereigentum und was zum Gemeinschaftseigentum gehört. Prüfen Sie, ob die tatsächliche Nutzung der Flächen – etwa Kellerabteile, Stellplätze oder Dachterassen – mit der Teilungserklärung übereinstimmt. In der Gemeinschaftsordnung sind außerdem Regeln zu Tierhaltung, Vermietung und baulichen Veränderungen festgelegt, die für Ihre künftige Nutzung relevant sein können.
Wie Marc Härter Immobilien Käufer beim Besichtigungsprozess unterstützt
Eine strukturierte Checkliste ist ein wichtiges Hilfsmittel – aber kein Ersatz für erfahrene Begleitung. Als Immobilienmakler Frankfurt unterstützen wir Käufer nicht nur bei der Suche nach dem richtigen Objekt, sondern begleiten auch den gesamten Besichtigungs- und Kaufprozess fachkundig.
Für Kaufinteressenten übernehmen wir die Kaufpreiseinordnung anhand aktueller Marktdaten, prüfen Unterlagen auf Vollständigkeit und begleiten Sie zur Besichtigung. Unser Netzwerk an Bausachverständigen, Notaren und Finanzierungspartnern steht Ihnen auf Wunsch zur Verfügung. Auch Off-Market-Objekte, die nicht öffentlich inseriert werden, können wir Ihnen im Rahmen eines Suchauftrags zugänglich machen. Wir sind in allen 46 Frankfurter Stadtteilen tätig – vom Bockenheim bis zum Riedberg.
Immobilie in Frankfurt kaufen – mit fachkundiger Begleitung
Sie planen den Kauf einer Immobilie im Rhein-Main-Gebiet und möchten sicher und gut vorbereitet in jeden Besichtigungstermin gehen? Wir beraten Sie unverbindlich – zur Kaufpreiseinordnung, zur Unterlagenprüfung und zur optimalen Vorbereitung Ihrer Besichtigung.
Fazit: Mit der richtigen Checkliste sicher zur Kaufentscheidung
Eine gut vorbereitete Immobilienbesichtigung ist die wichtigste Investition, die Sie im gesamten Kaufprozess machen können. Sie schützt Sie vor teuren Fehlkäufen, gibt Ihnen Argumente für die Preisverhandlung und ermöglicht eine fundierte Entscheidung – jenseits des emotionalen ersten Eindrucks. Unsere Checkliste für die Immobilienbesichtigung deckt alle wesentlichen Bereiche ab: von der Vorbereitung über die Prüfung von Außen- und Innenbereich bis zur Beurteilung technischer Anlagen und der Vollständigkeit der Unterlagen. Aktuelle Entwicklungen wie die GEG-Anforderungen und die abgelaufene Übergangsfrist zur Trinkwasserverordnung sollten bei Bestandsimmobilien im Jahr 2026 besonders im Fokus stehen.
Wenn Sie auf der Suche nach der richtigen Immobilie in Frankfurt am Main und dem Rhein-Main-Gebiet sind, begleiten wir Sie als erfahrener Immobilienmakler Frankfurt am Main persönlich durch den gesamten Kaufprozess – von der ersten Besichtigung bis zur Schlüsselübergabe. Nutzen Sie unsere kostenlose und unverbindliche Erstberatung für eine professionelle Immobilienbewertung Frankfurt sowie eine fundierte Einschätzung zu Immobilien kaufen in Frankfurt. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.
Häufige Fragen zur Checkliste Immobilienbesichtigung
Was sollte man bei einer Immobilienbesichtigung unbedingt prüfen?
Bei einer Immobilienbesichtigung sollten Sie systematisch Außenbereich, Innenräume, Keller, Dachboden und alle technischen Anlagen prüfen. Besonderes Augenmerk gilt Feuchtigkeit und Schimmelbefall, dem Zustand von Fassade und Dach, dem Alter der Heizungsanlage, dem Material der Wasserleitungen sowie der Elektroinstallation. Ergänzend sollten Sie alle relevanten Unterlagen – Grundbuchauszug, Energieausweis und Baupläne – einfordern und gezielte Fragen zu Mängeln, Sanierungsmaßnahmen und laufenden Betriebskosten stellen.
Wie bereite ich mich optimal auf eine Hausbesichtigung vor?
Studieren Sie das Exposé sorgfältig und notieren Sie alle offenen Fragen. Fordern Sie vorab Unterlagen wie Grundbuchauszug, Energieausweis und Baupläne an. Klären Sie Ihren Finanzierungsrahmen und holen Sie eine Finanzierungsbestätigung der Bank ein. Erkunden Sie die Umgebung vorab – idealerweise zu unterschiedlichen Tageszeiten. Bringen Sie zur Besichtigung Zollstock, Taschenlampe, Wasserwaage, Notizblock und eine Begleitperson mit. Arbeiten Sie eine vorbereitete Checkliste systematisch ab und fotografieren Sie auffällige Stellen.
Welche Fragen sollte ich dem Verkäufer bei der Besichtigung stellen?
Wichtige Fragen betreffen das Baujahr, bekannte oder vergangene Mängel (insbesondere Feuchtigkeit und Schimmel), das Alter der Heizungsanlage, den Renovierungsstand und vorliegende Genehmigungen für Umbauten. Fragen Sie außerdem nach dem Grund des Verkaufs, der Dauer der Vermarktung, der Höhe der monatlichen Betriebskosten sowie nach dem Umfang der Ausstattung, die im Kaufpreis enthalten ist. Notieren Sie alle Antworten direkt beim Termin.
Wie erkenne ich versteckte Mängel bei der Hausbesichtigung?
Achten Sie auf modriger Geruch im Keller, Wasserränder und Salzausblühungen an Wänden, dunkle Verfärbungen in Raumecken und hinter Möbeln sowie frisch gestrichene Wände oder frisch verlegte Bodenbeläge, die Schäden überdecken könnten. Holzmehl auf dem Boden des Dachbodens deutet auf Holzschädlinge hin. Testen Sie Böden auf Hohlstellen und nutzen Sie eine Wasserwaage, um Bodengefälle zu messen. Für eine zuverlässige Einschätzung empfehlen wir zur Zweitbesichtigung einen unabhängigen Bausachverständigen hinzuzuziehen.
Wann ist eine zweite Besichtigung sinnvoll?
Eine zweite Besichtigung empfiehlt sich immer dann, wenn nach dem ersten Termin ernsthaftes Kaufinteresse besteht. Sie sollte zu einem anderen Zeitpunkt und unter anderen Lichtbedingungen stattfinden, um einen realistischeren Gesamteindruck zu gewinnen. Für die Zweitbesichtigung empfehlen wir dringend, einen unabhängigen Bausachverständigen hinzuzuziehen. Dieser kann Mängel fachkundig beurteilen und eine Kosteneinschätzung für eventuelle Sanierungsmaßnahmen geben – eine wertvolle Grundlage für die Kaufpreisverhandlung.
Welche Unterlagen muss der Verkäufer bei der Besichtigung vorlegen?
Der Energieausweis muss laut Gesetz bereits bei der ersten Besichtigung unaufgefordert vorgelegt werden. Darüber hinaus sollten Sie den Grundbuchauszug, vorliegende Baupläne und Grundrisse, die Wohnflächenberechnung sowie Nachweise über durchgeführte Renovierungen und Wartungsarbeiten einfordern. Bei Eigentumswohnungen sind zusätzlich die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen, die aktuelle Hausgeldabrechnung und die Teilungserklärung essenziell.
Was muss ich 2026 beim Thema Heizung und Energieausweis besonders beachten?
Im Jahr 2026 ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG) mit seiner 65-Prozent-Erneuerbare-Energien-Pflicht für neue Heizungsanlagen in vielen Kommunen vollständig wirksam. Wer eine Immobilie mit veralteter Gas- oder Ölheizung kauft, muss beim nächsten Heizungstausch erhebliche Investitionen einplanen. Fragen Sie gezielt nach dem Stand der kommunalen Wärmeplanung und dem Alter der Heizungsanlage. Prüfen Sie den Energieausweis besonders auf die Treibhausgas-Emissionsklasse, da der CO2-Preis auf fossile Brennstoffe gestiegen ist und die laufenden Betriebskosten signifikant beeinflusst.
Worauf muss ich beim Kaufpreis und den Nebenkosten achten?
Neben dem Kaufpreis fallen in Hessen Kaufnebenkosten von typischerweise 9 bis 12 Prozent des Kaufpreises an – bestehend aus Grunderwerbsteuer (6 Prozent), Notar- und Grundbuchkosten (ca. 1,5 bis 2 Prozent) sowie ggf. Maklerprovision. Diese Kosten müssen vollständig aus Eigenkapital gedeckt werden und dürfen nicht in der Finanzierungsplanung fehlen. Planen Sie zusätzlich einen Puffer von fünf bis zehn Prozent des Kaufpreises für mögliche Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen ein, die sich aus der Besichtigung ergeben.
Was ist der Unterschied zwischen Wohnflächenverordnung (WoFlV) und DIN 277?
Die Wohnflächenverordnung (WoFlV) ist die strengere Methode und wird von Banken für die Immobilienfinanzierung in der Regel verlangt. Sie bezieht Balkone und Terrassen nur zu einem Viertel bis zur Hälfte ein und lässt Kellerräume sowie Garagenflächen unberücksichtigt. Die DIN 277 ist großzügiger und bezieht diese Flächen stärker ein, was zu einer höheren ausgewiesenen Wohnfläche führen kann. Weicht die Angabe im Exposé erheblich von der WoFlV-Berechnung ab, kann das zu Problemen bei der Kreditvergabe führen – und sollte deshalb vor einem Kaufangebot geklärt werden.
Gilt beim Immobilienkauf eine gesetzliche Gewährleistung für Mängel?
Bei Bestandsimmobilien wird die gesetzliche Gewährleistung im notariellen Kaufvertrag in der Regel weitgehend ausgeschlossen. Es gilt der Grundsatz „gekauft wie gesehen“ – Mängel, die bei der Besichtigung erkennbar waren oder hätten erkannt werden können, können nachträglich nicht geltend gemacht werden. Eine Ausnahme besteht bei arglistig verschwiegenen Mängeln: Wenn der Verkäufer bekannte Mängel aktiv verbirgt oder falsche Angaben macht, bleibt eine Haftung bestehen. Dies unterstreicht die Bedeutung einer sorgfältigen Besichtigung und vollständigen Dokumentation vor der Kaufentscheidung.
Wie kann Marc Härter Immobilien mich beim Immobilienkauf in Frankfurt unterstützen?
Marc Härter Immobilien begleitet Kaufinteressenten persönlich und fachkundig durch den gesamten Kaufprozess: von der Suchauftrag-Betreuung über die Besichtigungsbegleitung und Unterlagenprüfung bis hin zur Kaufpreiseinordnung und Begleitung beim Notartermin. Als IHK-zertifizierter Immobilienbewerter und Diplom-Immobilienwirt bringt Marc Härter fundiertes Fachwissen persönlich ein – keine Delegation an Mitarbeiter. Über unser Netzwerk haben wir außerdem Zugang zu Off-Market-Objekten, die nicht öffentlich inseriert werden. Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch – wir freuen uns auf Ihre Anfrage