Immobilienpreise Frankfurt 2026: Aktuelle Marktdaten, Stadtteile & Prognose
Wer im Jahr 2026 in Frankfurt am Main eine Immobilie kaufen, verkaufen oder mieten möchte, benötigt präzise Transaktionsdaten statt emotionaler Spekulationen. Der Frankfurter Immobilienmarkt hat die Zinswende der vergangenen Jahre weitgehend absorbiert — die Preise zeigen ein differenziertes Bild: stabil in vielen Bestandslagen, rückläufig in einigen peripheren Stadtteilen, mit selektiver Aufwärtsbewegung in gewachsenen Citylagen.
Dieser Ratgeber von Marc Härter Immobilien basiert auf einer eigenen Markterhebung vom Juni 2026 — einer systematischen Auswertung aktueller Transaktionsdaten für Frankfurter Bestandswohnungen auf Stadtteilebene. Ergänzt werden die Daten durch aktuelle Zinsentwicklungen und eine strukturierte Q1/Q2-Analyse mit Prognose für das Restjahr 2026. Als Diplom-Immobilienwirt (EIA) und zertifizierter IHK-Bewerter beobachte ich den Frankfurter Markt täglich aus der Praxis — mit dem Fokus auf das, was Käufer und Verkäufer tatsächlich für Entscheidungen brauchen.
Das Wichtigste auf einen Blick
Transaktionsbasierter Stadtmedian: Laut eigener Markterhebung (Bestandswohnungen Frankfurt, Erhebungszeitraum Juni 2026) liegt der Medianpreis für Frankfurter Eigentumswohnungen bei ca. 6.056 €/m² — mit einer Spanne von 3.739 €/m² (Nieder-Eschbach) bis 8.457 €/m² (Gutleutviertel).
Q1 2026 — Belebung: Bauzinsen zwischen 3,40 und 3,72 % reaktivierten kaufwillige Haushalte. Kürzere Vermarktungszeiten, weniger Preisdruck durch Käufer.
Q2 2026 — Gegenwind: Bauzinsen stiegen auf 3,70–3,93 % (Statista, Juni 2026). Gedämpfte Nachfrage, aber keine flächendeckenden Preisrückgänge.
Das Gefälle wächst: Die Schere zwischen Premium-Citylagen und peripheren Randlagen öffnet sich weiter. Gallus (7.504 €/m², 290 Transaktionen) ist der liquideste Teilmarkt; Eckenheim und Nieder-Eschbach zeigen stärkere Korrekturen.
Prognose H2 2026: Seitwärtsbewegung mit leichtem Aufwärtsdruck in Citylagen ist das Basisszenario. Ein Rückfall auf Preisniveaus von 2019 oder ein Wiederanstieg auf Boompreise von 2021 gelten gleichermaßen als unwahrscheinlich.
Frankfurter Immobilienmarkt 2026: Was die Transaktionsdaten zeigen
Frankfurts Immobilienmarkt ist heterogener als viele Übersichtsdarstellungen vermuten lassen. Laut eigener Markterhebung vom Juni 2026 zeigt der Markt für Bestandswohnungen ein differenziertes Bild: Gewachsene urbane Stadtteile mit guter S- und U-Bahn-Anbindung halten ihre Preise, während einige periphere Randlagen und strukturell schwache Bestände nachgeben. Der Markt ist kein monolithisches Gebilde — er ist ein Aggregat aus Dutzenden von Teilmärkten mit eigener Dynamik.
Frankfurt verzeichnet laut aktuellen Bevölkerungsstatistiken rund 756.000 Einwohner bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von 1,83 Personen — das bedeutet überdurchschnittlich viele Ein- und Zweipersonenhaushalte, die strukturell hohe Nachfrage nach kompakten Eigentumswohnungen erzeugen. Der Wanderungssaldo bleibt positiv. Diese Grundstruktur erklärt, warum Frankfurt auch nach der Korrekturphase 2022 bis 2024 eines der wertstabilsten Immobilienmärkte in Deutschland geblieben ist.
Zehn Jahre Preistrend — was der Langfristvergleich zeigt
Die Langfristperspektive unserer Markterhebung zeigt das strukturelle Gewicht des Frankfurter Marktes eindrucksvoll. Wer 2015 eine Bockenheimer Etagenwohnung für den damaligen Median von 4.077 €/m² erworben hat, hält heute ein Objekt mit einem Transaktionsmedian von 6.638 €/m² — ein Zuwachs von 62,8 % in zehn Jahren, trotz der Korrekturphase 2022 bis 2024. In Bornheim zeigt der Langfristvergleich ein Plus von 87,9 % seit 2015 (2015: 3.940 €/m², 2026: 7.404 €/m²). In Nied stieg der Median von 2.098 €/m² (2015) auf 3.952 €/m² — ein Zuwachs von 88,4 % über zehn Jahre.
In der Beratungspraxis begegnet mir regelmäßig das Phänomen, dass Eigentümer den Boomhöchststand von 2021 oder 2022 als mentale Referenz für ihre Preiserwartung verwenden. Das ist menschlich verständlich — aber strategisch falsch. Wer 2015 oder früher erworben hat, ist auch zum heutigen Preisniveau erheblich im Plus. Die Korrektur hat den strukturellen Vermögensaufbau nicht rückgängig gemacht.
Q1 und Q2 2026: Preisentwicklung im Quartalsvergleich
Das erste Halbjahr 2026 verlief in zwei erkennbar unterschiedlichen Phasen. Wer heute kauft oder verkauft, sollte beide Phasen kennen — sie erklären, warum der Markt trotz stabiler Grunddaten noch keine dynamische Aufwärtsbewegung gezeigt hat, aber auch keine weiteren strukturellen Rückgänge verzeichnet.
Q1 2026: Käufer kehren zurück
Das erste Quartal 2026 stand im Zeichen vorsichtiger Käuferaktivierung. Laut Baufi24 (2026) erwartet der Markt für das erste Halbjahr stagnierende Bauzinsen bei einem EZB-Leitzins von 2,25 % — eine Einschätzung, die sich bestätigte: Die Konditionen für 10-jährige Zinsbindungen bewegten sich im Korridor zwischen 3,40 % und 3,72 %. Ein Niveau, das Haushalten mit solider Eigenkapitalquote ab 20 % wieder realistische Finanzierungsspielräume eröffnet.
Die Nachfrage im Segment 400.000 bis 650.000 Euro belebte sich spürbar — besonders in Nordend-Ost, Bornheim und Niederrad. Vermarktungszeiten verkürzten sich; Preisverhandlungen fanden wieder auf Augenhöhe statt: weniger Druck durch Käufer, aber keine Mehrgebotssituationen wie 2021. Im Gallus — dem liquidesten Teilmarkt mit 290 Transaktionen in den letzten 12 Monaten — zeigte sich der Trend besonders deutlich: 2,3 % Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Q2 2026: Zinsen drehen — Markt reagiert gedämpft
Im zweiten Quartal drehte die Zinsdynamik. Laut Statista lagen die Bauzinsen Anfang Juni 2026 bei durchschnittlich 3,93 % für 10-jährige Zinsbindungen — ein spürbarer Anstieg gegenüber Q1. Gleichzeitig prognostizieren Experten von Hüttig & Rompf bis Jahresende einen weiteren Anstieg Richtung 4,0 %. Das hat Wirkung: Käufer mit knappem Eigenkapital treten vorsichtiger auf; Finanzierungsvorhaben werden neu durchgerechnet.
Trotz des Zinsanstiegs zeigen die in unserer Erhebung ausgewerteten Transaktionsdaten keine flächendeckenden Preisrückgänge. Der Grund ist strukturell: Das Angebotsproblem in Frankfurt ist ungelöst. Leerstandsquoten tendieren gegen null, Neubautätigkeit bleibt auf historisch niedrigem Niveau, und der Bevölkerungsdruck hält die Grundnachfrage stabil. Laut Engel & Völkers (Q2/2026) lag der aktuelle Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen bei 6.548 €/m² — ein Anstieg von rund 0,8 % gegenüber Q2/2025 (6.494 €/m²).
| Quartal | Bauzins 10J (Topzins) | ETW Frankfurt Ø | Marktdynamik |
|---|---|---|---|
| Q4 2025 | ca. 3,40–3,60 % | 6.494 €/m² | Leichte Belebung |
| Q1 2026 | ca. 3,40–3,72 % | stabil / leicht steigend | Käufer reaktiviert, kürzere Vermarktung |
| Q2 2026 | ca. 3,70–3,93 % | 6.548 €/m² | Seitwärts, gedämpfte Nachfrage |
| H2 2026 (Prognose) | 3,70–4,00 % (erwartet) | stabil bis +2 % | Seitwärts, selektive Aufwärtsbewegung |
Quellen: Statista (Bauzinsen Juni 2026), Engel & Völkers (ETW Frankfurt Q2/2026), Baufi24, Hüttig & Rompf (2026). Prognosen sind mit Unsicherheiten behaftet. Alle Angaben ohne Gewähr.
Wichtig: EZB-Leitzins ≠ Bauzins
Bauzinsen folgen primär der Rendite 10-jähriger Bundesanleihen — nicht dem EZB-Leitzins. Selbst wenn die EZB den Leitzins senkt (aktuell 2,15 %), können Bauzinsen stabil bleiben oder steigen, wenn Anleiherenditen durch Konjunkturerwartungen oder geopolitische Faktoren steigen. Käufer sollten nicht darauf warten, dass die EZB-Senkung direkt an der Baufinanzierung ankommt — das ist strukturell nicht gegeben.
Eigene Erhebung Juni 2026: Aktuelle Kaufpreise nach Frankfurter Stadtteilen
Die folgende Tabelle basiert auf einer eigenen Markterhebung vom Juni 2026, der eine systematische Auswertung aktueller Transaktionsdaten für Frankfurter Bestandswohnungen auf Stadtteilebene zugrunde liegt. Ausgewiesen wird der Median-Quadratmeterpreis der letzten 12 Monate sowie die Veränderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Transaktionsdaten — also tatsächlich abgeschlossene Kaufverträge — sind präziser als Angebotspreise auf Immobilienportalen, da sie reale Markträumungspreise widerspiegeln.
| Stadtteil | Median €/m² (2025–2026) | Veränd. ggü. Vorjahr | Transaktionen (12 Mon.) |
|---|---|---|---|
| Gutleutviertel | 8.457 € | +0,5 % | 50 |
| Innenstadt | 7.846 € | –7,4 %* | 26 |
| Gallus | 7.504 € | +2,3 % | 290 |
| Nordend-Ost | 7.204 € | +3,2 % | 109 |
| Nordend | 6.809 € | –3,2 %* | 28 |
| Bornheim | 6.650 € | +2,1 % | 135 |
| Bockenheim | 6.639 € | –3,4 % | 241 |
| Kalbach | 6.593 € | +0,3 % | 28 |
| Dornbusch | 5.505 € | –0,2 % | 85 |
| Eschersheim | 5.176 € | –0,8 % | 75 |
| Niederrad | 5.053 € | +5,8 % | 69 |
| Ginnheim | 4.999 € | –2,3 % | 48 |
| Heddernheim | 4.869 € | +9,1 % | 32 |
| Eckenheim | 4.414 € | –9,8 % | 58 |
| Nied | 4.024 € | +5,0 % | 130 |
| Höchst | 3.952 € | +1,0 % | 47 |
| Nieder-Eschbach | 3.739 € | –2,5 % | 58 |
Quelle: Eigene Markterhebung Marc Härter Immobilien | Bestandswohnungen (Kauf) Frankfurt am Main | Erhebungszeitraum Juni 2026. *Negative Veränderungen bei kleinen Stichproben (unter 30 Transaktionen) können statistischen Schwankungen unterliegen und sind mit Vorsicht zu interpretieren. Alle Angaben ohne Gewähr.
Besonders bemerkenswert ist das Gallus: Mit 290 Transaktionen in den letzten 12 Monaten und einem Median von 7.504 €/m² ist es der aktivste und liquideste Teilmarkt im gesamten Frankfurter Stadtgebiet — mit einem Aufwärtstrend von 2,3 %. Dieses Bild zeigt, was ich in der Beratung von Investoren regelmäßig erlebe: Das Gallus hat sich in den vergangenen fünf Jahren von einer Aufwertungshoffnung zu einem etablierten Markt mit eigenem Preisniveau entwickelt. Wer 2018 zu 7.016 €/m² dort investiert hat, steht heute bei 7.504 €/m² — eine Seitwärtsbewegung mit zwischenzeitlicher Volatilität, aber keiner substanziellen Entwertung.
Premiumlagen, Mittellagen, Randlagen: Was die Daten wirklich sagen
Frankfurt ist kein homogener Markt. Die Spanne zwischen dem günstigsten und teuersten erfassten Stadtteil beträgt laut unserer Erhebung (Juni 2026) mehr als 125 % — von 3.739 €/m² in Nieder-Eschbach bis 8.457 €/m² im Gutleutviertel. Pauschalaussagen über „den Frankfurter Markt“ beschreiben einen Mittelwert, der kaum einem konkreten Objekt entspricht.
Premiumlagen: Resilienz mit partieller Volatilität
Das Westend — die teuerste Einzellage der Stadt — zeigt laut eigenem Westend-Marktbericht Q1/2026 einen Median von 8.817 €/m² bei 72 erfassten Transaktionen im laufenden Jahr 2026. Das arithmetische Mittel liegt mit 9.109 €/m² darüber — ein Zeichen, dass hochpreisige Objekte den Durchschnitt nach oben ziehen. Penthouses im Westend erzielen Medianpreise von 9.722 €/m², Maisonettes 9.083 €/m². Das Gutleutviertel hält bei 8.457 €/m² das höchste Niveau unter den in unserer Erhebung erfassten Stadtteilen — bei einer stabilen Veränderungsrate von +0,5 %.
Die Innenstadt zeigt mit –7,4 % die stärkste negative Veränderungsrate unter den Premiumlagen. Das liegt nicht an struktureller Schwäche, sondern an der hohen Volatilität kleiner Stichproben: Bei nur 26 Transaktionen kann ein einziges hochpreisiges Sonderobjekt den Median erheblich verschieben. In der Beratungspraxis weise ich Eigentümer in der Frankfurter Innenstadt regelmäßig darauf hin, dass diese statistischen Ausschläge keine valide Grundlage für Preiserwartungen sind — dafür ist die Datenbasis zu dünn.
Mittellagen: Das stärkste Rendite-Risiko-Profil 2026
Bornheim, Nordend-Ost und Niederrad zeigen 2026 die attraktivste Kombination aus Preisstabilität und Käufernachfrage. Bornheim liegt mit einem Median von 6.650 €/m² und einem Zuwachs von 2,1 % in solider Mittellage — bei 135 Transaktionen eine statistisch belastbare Aussage. Die durchschnittliche Vermarktungsdauer liegt laut unserer Erhebung bei 77 Tagen: Weder überhitzt noch eingeschlafen.
Niederrad ist der Aufwertungsgewinner unter den Mittellagen: +5,8 % gegenüber dem Vorjahr, Median 5.053 €/m², 69 Transaktionen. Die Nähe zum Bankenviertel, verbesserte Radwegeinfrastruktur und gestiegene Neuvermietungsmieten machen den Stadtteil für Kapitalanleger zunehmend interessant. Ein vergleichbares Bild zeigt Nied mit +5,0 % und einem Median von 4.024 €/m² bei 130 Transaktionen — bemerkenswert für eine Lage, die noch vor wenigen Jahren als Randlage galt.
Randlagen: Stärkere Korrekturen, aber kein struktureller Einbruch
Eckenheim (–9,8 %), Nieder-Eschbach (–2,5 %) und Bockenheim (–3,4 %) zeigen, dass Lagen mit weniger Mietdruck und schlechterer ÖPNV-Direktanbindung empfindlicher auf das gestiegene Zinsniveau reagieren. In diesen Lagen konkurrieren Eigentumswohnungen unmittelbar mit preiswerteren Angeboten im Umland. Gleichzeitig handelt es sich um keine Strukturkrise: Der Median in Eckenheim lag 2015 noch bei 2.342 €/m² — der aktuelle Wert von 4.414 €/m² entspricht trotz Rückgang einem 10-Jahres-Zuwachs von 88,4 %.
Was ist Ihre Immobilie in Frankfurt heute wert?
Die Tabelle zeigt Medianwerte. Ihr konkretes Objekt kann je nach Zustand, Etage, Energieeffizienzklasse und Mikrolage erheblich abweichen. Als IHK-zertifizierter Bewerter erstelle ich fundierte Marktpreisanalysen auf Basis aktueller Transaktionsdaten — diskret und ohne Verkaufsdruck.
Mietmarkt Frankfurt 2026: Leerstand nahe null, Renditen erholen sich
Was der gesunkene Käuferandrang 2022 bis 2024 aus dem Kaufmarkt herausgedrängt hat, ist direkt in den Mietmarkt geflossen. Wer sich keine Finanzierung leisten konnte oder wollte, mietet. Frankfurt hat keine freien Kapazitäten: Die Leerstandsquote tendiert gegen null, die Nachfrage nach Mietwohnungen übersteigt das Angebot strukturell.
Mietspiegel versus Neuvermietungsrealität
Der qualifizierte Mietspiegel der Stadt Frankfurt (gültig bis Mai 2026) weist eine ortsübliche Kaltmiete von rund 12,50 €/m² für Bestandswohnungen aus. Die Realität bei Neuvermietungen liegt erheblich höher: Freie Wohnungen werden 2026 im Schnitt für 15,00 bis 19,00 €/m² angeboten, in gehobenen Citylagen und bei Neubauwohnungen teils deutlich über 20,00 €/m².
Diese Spreizung ist für Kapitalanleger entscheidend: Die Renditekalkulation muss auf realistischen Neuvermietungsmieten basieren, nicht auf dem Mietspiegel-Basiswert. In Bestandsportfolios mit langjährigen Mietverhältnissen kann die bestehende Kaltmiete erheblich unter der Marktmiete liegen. Ein Eigentümerwechsel eröffnet in solchen Fällen Anpassungsspielräume im Rahmen der gesetzlichen Regelungen — bei gleichzeitig attraktiverem Einkaufspreis als in der Boomphase.
Renditen 2026: Was ist realistisch?
Durch gesunkene Kaufpreise bei gleichzeitig gestiegenen Neuvermietungsmieten sind die erzielbaren Bruttomietrenditen in Frankfurt 2026 wieder attraktiver als in der Boomphase 2020 bis 2022. In Mittellagen wie Niederrad, Nied oder Fechenheim lassen sich bei marktgerechtem Einkaufspreis Bruttomietrenditen von 3,5 bis 4,5 % erzielen. Für Mehrfamilienhäuser (Zinshäuser) gilt ähnliches: Sie werden 2026 mit dem 18- bis 24-fachen der Jahresnettomiete gehandelt — deutlich attraktiver als die Faktoren von 28 bis 32, die in der Boomphase 2020 bis 2022 normal waren.
Steuerlicher Hinweis für Kapitalanleger
Mieteinnahmen unterliegen der Einkommensteuer. Abschreibungen (AfA), Finanzierungskosten und Werbungskosten können steuerlich geltend gemacht werden. Für die konkrete steuerliche Auswirkung auf Ihre persönliche Situation konsultieren Sie bitte einen Steuerberater. Diese Darstellung ersetzt keine steuerliche Beratung.
Energieeffizienz als Preistreiber: GEG verändert die Kalkulation
Eine der markantesten Entwicklungen im Frankfurter Markt 2026 ist die sich öffnende Preisschere zwischen energetisch sanierten und unsanierten Objekten. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) hat die Kaufentscheidung strukturell verändert: Käufer fragen heute systematisch nach dem Energieausweis, Finanzierungsberater weisen auf Modernisierungspflichten nach Eigentümerwechsel hin, und Banken bepreisen energetisch schlechte Objekte restriktiver.
In der Beratungspraxis zeigt sich das Muster klar: Objekte mit Energieeffizienzklasse F oder G erzielen Abschläge von 8 bis 15 % gegenüber vergleichbaren Objekten in Klasse C oder besser — in manchen Fällen mehr. Ein unsaniertes Frankfurter Altbauobjekt aus den 1960er-Jahren ist ein anderes Produkt als ein kernsaniertes Objekt gleicher Fläche in der gleichen Lage. Die Energieeffizienz ist neben Lage und Zustand zum dritten maßgeblichen Preistreiber geworden.
| Energieeffizienzklasse | Käuferreaktion | Preisabschlag (Praxisschätzung) |
|---|---|---|
| A / A+ (Neubau) | Spitzenpreis, breite Nachfrage | Referenzpreis (0 %) |
| B / C (kernsaniert) | Solide Nachfrage, kein wesentlicher Abschlag | 0–3 % |
| D / E (Teilsanierung) | Käufer verhandeln, Finanzierung kritischer | 3–8 % |
| F / G (unsaniert) | Eingeschränkte Käuferschicht, hoher Preisdruck | 8–15 % oder mehr |
Praxisschätzung Marc Härter Immobilien | Frankfurter Markt 2024–2026. Einzelobjekte können erheblich abweichen. Alle Angaben ohne Gewähr.
Prognose Frankfurt H2 2026: Drei Szenarien
Für das zweite Halbjahr 2026 zeichnen sich drei Szenarien ab. Das Basisszenario — Seitwärtsbewegung mit selektivem Aufwärtsdruck in Citylagen — gilt nach aktuellem Datenbild als am wahrscheinlichsten. Alle Prognosen sind als Orientierungsrahmen zu verstehen, nicht als Garantie.
Basisszenario: Stabil mit Richtungsunterschied je Lage
Bauzinsen verbleiben laut Expertenprognosen (Dr. Klein, Finanzierungsrechner24, Hüttig & Rompf, Stand Juni 2026) im Korridor 3,7 bis 4,0 %. Die Nachfrage bleibt gedämpft, aber löst keine flächendeckenden Preiskorrekturen aus. Gut positionierte Objekte in Citylagen finden weiterhin bonitätsstarke Käufer — bei realistischen Preisvorstellungen. Randlagen ohne klare Infrastrukturvorteile zeigen weiterhin leichten Preisdruck. Preisveränderung gesamt: –1 % bis +2 %.
Positivszenario: Bauzinsen sinken — Markt reaktiviert sich
Sollten Bauzinsen bis Ende 2026 auf 3,0 bis 3,3 % fallen — laut Finanzierungsrechner24 (April 2026) möglich, aber nicht das wahrscheinlichste Szenario — würde die Nachfrage in allen Lagen spürbar anziehen. Insbesondere das Segment 500.000 bis 800.000 Euro, das von solventen Eigennutzern getragen wird, würde profitieren. Mögliche Preisveränderung: +3 % bis +6 % bis Jahresende.
Negativszenario: Zinsen übersteigen 4,0 % dauerhaft
Ein anhaltender Zinsanstieg über 4,0 % — etwa durch geopolitische Schocks oder unerwartete Inflationsrückkehr — würde die Finanzierbarkeit weiter einschränken. Randlagen und strukturell schwächere Bestände wären zuerst betroffen. Premiumlagen mit liquidem Investoreninteresse und Eigenkapitalkäufern zeigen historisch höhere Resilienz gegenüber Zinsschocks. Ein Rückfall auf das Preisniveau von 2019 gilt als sehr unwahrscheinlich.
| Szenario | Bauzins (Jahresende) | Preisveränderung ETW Frankfurt | Einschätzung |
|---|---|---|---|
| Basis (Seitwärts) | 3,7–4,0 % | –1 % bis +2 % | wahrscheinlichstes Szenario |
| Positiv (Zinsen sinken) | 3,0–3,3 % | +3 % bis +6 % | möglich |
| Negativ (Zinsen steigen) | über 4,0 % | –3 % bis –6 % (periphere Lagen) | weniger wahrscheinlich |
Prognose auf Basis von Experteneinschätzungen: Dr. Klein, Hüttig & Rompf, Baufi24, Finanzierungsrechner24 (Stand: Juni 2026). Prognosen sind mit Unsicherheiten behaftet und keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.
Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf in Frankfurt 2026
Hessen gehört mit einem Grunderwerbsteuersatz von 6,0 % zu den kostspieligen Bundesländern beim Immobilienerwerb. Kaufnebenkosten beeinflussen sowohl die Eigenkapitalanforderung als auch die tatsächliche Renditeberechnung erheblich und müssen von Anfang an in jede Kalkulation einbezogen werden.
| Kostenposition | Satz | Beispiel 600.000 € Kaufpreis |
|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer Hessen | 6,0 % | 36.000 € |
| Notar und Grundbuchamt | ca. 1,5–2,0 % | 9.000–12.000 € |
| Maklerprovision (bei Beauftragung, ETW/EFH) | max. 50 % der Gesamtprovision (§ 656c BGB) | je nach Vereinbarung |
| Nebenkosten gesamt (ohne Provision) | ca. 7,5–8,0 % | 45.000–48.000 € |
Stand: 2026. Die Grunderwerbsteuer wird ausschließlich auf den Kaufpreis berechnet — nicht auf Maklerprovision oder Inventar. Alle Angaben ohne Gewähr.
Rechtlicher Hinweis: Maklerprovision beim Wohnungskauf
Beim Kauf von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern ist die Maklerprovision gemäß § 656c BGB symmetrisch zu teilen — kein Vertragspartner darf eine höhere Quote als der andere tragen. Diese Regelung gilt ausschließlich für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser, nicht für Mehrfamilienhäuser oder gewerbliche Objekte. Für aktuelle Vertragsgestaltung empfehlen wir die Beratung durch einen Fachanwalt für Immobilienrecht.
Häufige Fragen zu den Immobilienpreisen Frankfurt 2026
Wie haben sich die Immobilienpreise in Frankfurt in Q1 und Q2 2026 entwickelt?
Q1 2026 brachte eine Belebung der Käufernachfrage bei stabilen Bauzinsen zwischen 3,40 und 3,72 %. Kürzere Vermarktungszeiten und weniger Preisdruck durch Käufer kennzeichneten das Quartal. Q2 2026 verlief gedämpfter: Bauzinsen stiegen auf 3,70 bis 3,93 % (Statista, Juni 2026), was die Nachfrage wieder bremste. Laut Engel und Völkers lag der Angebotspreis für Eigentumswohnungen in Q2/2026 bei 6.548 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 0,8 % gegenüber Q2/2025. Flächendeckende Preisrückgänge blieben aus, da das strukturelle Angebotsproblem ungelöst ist.
Was kostet eine Eigentumswohnung in Frankfurt pro Quadratmeter — Stand 2026?
Laut eigener Markterhebung (Transaktionsdaten Frankfurt, Erhebungszeitraum Juni 2026) liegt der stadtweite Medianpreis für Bestandswohnungen bei ca. 6.056 Euro pro Quadratmeter. Die Spanne ist erheblich: Von 3.739 Euro pro Quadratmeter in Nieder-Eschbach bis 8.457 Euro pro Quadratmeter im Gutleutviertel. Angebotspreise auf Portalen lagen laut Engel und Völkers im Q2/2026 bei durchschnittlich 6.548 Euro pro Quadratmeter. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: Juni 2026.
Welche Frankfurter Stadtteile zeigen 2026 die stärkste Preisentwicklung?
Laut eigener Markterhebung (Juni 2026) zeigen Heddernheim mit plus 9,1 %, Niederrad mit plus 5,8 % und Nied mit plus 5,0 % die stärksten Zuwächse unter den Stadtteilen mit statistisch belastbarer Transaktionszahl. Das Gallus ist mit 290 Transaktionen und plus 2,3 % der liquideste Teilmarkt. Bornheim mit plus 2,1 % und Nordend-Ost mit plus 3,2 % zeigen solide Stabilität im gehobenen Mittelsegment. Randlagen wie Eckenheim mit minus 9,8 % und Nieder-Eschbach mit minus 2,5 % verzeichnen Rückgänge.
Werden die Immobilienpreise in Frankfurt 2026 weiter fallen?
Ein starker flächendeckender Preisrückgang gilt nach aktuellem Datenbild als unwahrscheinlich. Das strukturelle Angebotsproblem in Frankfurt — Leerstandsquote nahe null, minimale Neubautätigkeit, stabile Bevölkerungsnachfrage — stützt das Preisniveau. Für das zweite Halbjahr 2026 erwarten Experten (Dr. Klein, Baufi24, Hüttig und Rompf) Bauzinsen im Korridor 3,7 bis 4,0 %, was die Nachfrage gedämpft hält, aber keine weiteren Preisabschläge erzwingt. Selektive Schwäche in Randlagen und bei energetisch schlechten Objekten bleibt möglich. Alle Prognosen ohne Gewähr, Stand: Juni 2026.
Lohnt sich Frankfurt 2026 noch als Kapitalanlage?
Ja, vorausgesetzt die Kalkulation basiert auf realistischen Mietansätzen und marktgerechtem Einkaufspreis. In Mittellagen wie Niederrad, Nied und Fechenheim sind Bruttomietrenditen von 3,5 bis 4,5 % erreichbar. Mehrfamilienhäuser werden 2026 mit dem 18- bis 24-fachen der Jahresnettomiete gehandelt, deutlich attraktiver als die Faktoren von 28 bis 32, die in der Boomphase 2020 bis 2022 normal waren. Die individuelle Objektkalkulation entscheidet: Energieeffizienz, Mietverhältnis und Lage bestimmen die tatsächliche Rendite. Für steuerliche Auswirkungen konsultieren Sie bitte einen Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewähr.
Wie hoch sind die Bauzinsen aktuell und wie entwickeln sie sich bis Ende 2026?
Laut Statista lagen die Bauzinsen Anfang Juni 2026 bei durchschnittlich 3,93 % für 10-jährige Zinsbindungen. Für das zweite Halbjahr 2026 erwarten Experten von Dr. Klein und Hüttig und Rompf Zinsen im Korridor 3,7 bis 4,0 %, mit möglichem Anstieg Richtung 4,0 % bis Jahresende. Wichtig: Bauzinsen folgen primär der Rendite 10-jähriger Bundesanleihen, nicht dem EZB-Leitzins. Der EZB-Leitzins liegt aktuell bei 2,15 %. Individuelle Konditionen können je nach Bonität, Eigenkapitalquote und Anbieter erheblich abweichen. Stand: Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.
Was kostet ein Einfamilienhaus in Frankfurt 2026?
Freistehende Einfamilienhäuser im Frankfurter Stadtgebiet sind ein rares Gut. Laut Immoverkauf24 (Q2/2026) liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Häuser in Frankfurt bei ca. 5.894 Euro pro Quadratmeter. Ein typisches Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche kostet demnach im Schnitt zwischen 800.000 und 1.000.000 Euro, zuzüglich Kaufnebenkosten von rund 7,5 bis 8 % ohne Maklerprovision. Freistehende Häuser in Premiumlagen wie Sachsenhausen oder dem Nordend können erheblich darüber liegen. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: Q2/2026.
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf in Frankfurt?
Beim Immobilienkauf in Frankfurt müssen Käufer 6,0 % Grunderwerbsteuer (Hessen), ca. 1,5 bis 2,0 % für Notar und Grundbuchamt sowie eine eventuelle Maklerprovision einkalkulieren. Ohne Maklerprovision belaufen sich die Nebenkosten auf ca. 7,5 bis 8,0 % des Kaufpreises. Beispiel: Bei einem Kaufpreis von 600.000 Euro sind das rund 45.000 bis 48.000 Euro Nebenkosten zusätzlich. Die Grunderwerbsteuer wird ausschließlich auf den Kaufpreis berechnet, nicht auf Provision oder Inventar. Stand: 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie haben sich die Immobilienpreise in Frankfurt 2026 entwickelt?
Nach einem Preisrückgang in den Jahren 2022 und 2023 haben sich die Preise 2026 stabilisiert. Aktuell verzeichnen wir eine leichte Aufwärtsbewegung von ca. +0,2 bis +2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, getragen durch gesunkene Bauzinsen und hohe Nachfrage.
Was kostet ein Quadratmeter Wohnfläche in Frankfurt am Main?
Im Durchschnitt liegt der Quadratmeterpreis für eine Eigentumswohnung im Frühjahr 2026 bei rund 5.448 bis 6.260 Euro. Häuser kosten im Schnitt knapp über 5.000 Euro pro Quadratmeter. Die Preise variieren je nach Stadtteil, Baujahr und Energieeffizienz stark.
Welcher Stadtteil in Frankfurt ist am günstigsten?
Zu den preiswertesten Lagen zählen aktuell Bonames, Höchst und Harheim. Hier sind Einstiegspreise zwischen 3.300 und 4.200 Euro pro Quadratmeter für Bestandswohnungen realistisch.
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Hessen?
Beim Immobilienkauf in Frankfurt müssen Sie rund 10 bis 12 Prozent des Kaufpreises als Kaufnebenkosten einkalkulieren. Diese setzen sich zusammen aus 6,0 Prozent Grunderwerbsteuer, ca. 1,5 bis 2,0 Prozent für Notar und Grundbucheintrag sowie einer eventuellen Maklerprovision.
Werden die Immobilienpreise in Frankfurt wieder fallen?
Experten und aktuelle Transaktionsdaten schließen einen erneuten, starken Preisverfall aus. Der anhaltende Wohnraummangel, der Einbruch im Neubausektor und die stabile Wirtschaftslage im Rhein-Main-Gebiet stützen das aktuelle Preisniveau massiv. Eine Seitwärtsbewegung mit leichtem Aufwärtstrend gilt für 2026 und 2027 als das wahrscheinlichste Szenario.
Planen Sie den Kauf oder Verkauf einer einer Immobilie auf dem Off-Market?
Als Immobilienmakler in Frankfurt stehen wir Ihnen bei diesem wichtigen Schritt mit Engagement und Expertise zur Seite.




