Immobilienpreise Frankfurt 2026: Kaufpreise, Mietspiegel & Prognose

Wer 2026 in Frankfurt eine Immobilie kaufen, verkaufen oder mieten möchte, braucht eine saubere Einordnung von Angebotsdaten, Marktentwicklung und Objekteigenschaften. Die eigene Stadtteilauswertung zeigt Angebotspreise und keine beurkundeten Kaufpreise.

Immobilienpreise Frankfurt 2026: Kaufpreise, Mietspiegel & Prognose

Das Wichtigste vorab

Immobilienpreise Frankfurt 2026 auf einen Blick

Schwerpunkt

Frankfurter Immobilienmarkt 2026: Was die Angebotsdaten zeigenFrankfurts Immobilienmarkt ist heterogener als viele Übersichtsdarstellungen vermuten lassen. Laut eigener Markterhebung vom Juni 2026 zeigt der Markt für Bestandswohnungen ein differenziertes Bild: Gewachsene urbane…

Schwerpunkt

Q1 und Q2 2026: Preisentwicklung im QuartalsvergleichDas erste Halbjahr 2026 verlief in zwei erkennbar unterschiedlichen Phasen. Wer heute kauft oder verkauft, sollte beide Phasen kennen — sie erklären, warum der Markt trotz stabiler Grunddaten noch keine dynamische…

Schwerpunkt

Eigene Erhebung Juni 2026: Aktuelle Kaufpreise nach Frankfurter…Die Tabelle basiert auf einer eigenen Auswertung öffentlich sichtbarer Angebote für Frankfurter Bestandswohnungen. Sie zeigt Angebotsmediane, Veränderungen und die Zahl der ausgewerteten Angebote — keine beurkundeten Kaufpreise.

Schwerpunkt

Premiumlagen, Mittellagen, Randlagen: Was die Daten wirklich sagenFrankfurt ist kein homogener Markt. Die Spanne zwischen dem günstigsten und teuersten erfassten Stadtteil beträgt laut unserer Erhebung (Juni 2026) mehr als 125 % — von 3.739 €/m² in Nieder-Eschbach bis 8.457 €/m² im…
Inhaltsverzeichnis
  1. 01Frankfurter Immobilienmarkt 2026: Was die Angebotsdaten zeigen
  2. 02Q1 und Q2 2026: Preisentwicklung im Quartalsvergleich
  3. 03Eigene Erhebung Juni 2026: Aktuelle Kaufpreise nach Frankfurter Stadtteilen
  4. 04Premiumlagen, Mittellagen, Randlagen: Was die Daten wirklich sagen
  5. 05Mietmarkt Frankfurt 2026: Leerstand nahe null, Renditen erholen sich
  6. 06Energieeffizienz als Preistreiber: GEG verändert die Kalkulation
  7. 07Prognose Frankfurt H2 2026: Drei Szenarien
  8. 08Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf in Frankfurt 2026

Wer im Jahr 2026 in Frankfurt am Main eine Immobilie kaufen, verkaufen oder mieten möchte, braucht eine saubere Einordnung von Angebotsdaten, Marktentwicklung und Objekteigenschaften. Der Frankfurter Immobilienmarkt zeigt ein differenziertes Bild: stabil in vielen Bestandslagen, rückläufig in einigen peripheren Stadtteilen, mit selektiver Aufwärtsbewegung in gewachsenen Citylagen.

Dieser Ratgeber von Marc Härter Immobilien basiert auf einer eigenen Markterhebung vom Juni 2026 — einer systematischen Auswertung öffentlich sichtbarer Angebotspreise für Frankfurter Bestandswohnungen auf Stadtteilebene. Ergänzt werden die Daten durch aktuelle Zinsentwicklungen und eine strukturierte Q1/Q2-Analyse mit Prognose für das Restjahr 2026. Die eigene Erhebung enthält keine beurkundeten Kaufpreise.

Das Wichtigste auf einen Blick

Angebotsbasierter Stadtmedian: Laut eigener Markterhebung (Bestandswohnungen Frankfurt, Erhebungszeitraum Juni 2026) liegt der Median der ausgewerteten Angebotspreise bei ca. 6.056 €/m² — mit einer Spanne von 3.739 €/m² (Nieder-Eschbach) bis 8.457 €/m² (Gutleutviertel).

Q1 2026 — Belebung: Bauzinsen zwischen 3,40 und 3,72 % reaktivierten kaufwillige Haushalte. Kürzere Vermarktungszeiten, weniger Preisdruck durch Käufer.

Q2 2026 — Gegenwind: Bauzinsen stiegen auf 3,70–3,93 % (Statista, Juni 2026). Gedämpfte Nachfrage, aber keine flächendeckenden Preisrückgänge.

Das Gefälle wächst: Die Schere zwischen Premium-Citylagen und peripheren Randlagen öffnet sich weiter. Das Gallus weist mit 290 ausgewerteten Angeboten die größte Stichprobe auf; Eckenheim und Nieder-Eschbach zeigen stärkere Korrekturen der Angebotsmediane.

Prognose H2 2026: Seitwärtsbewegung mit leichtem Aufwärtsdruck in Citylagen ist das Basisszenario. Ein Rückfall auf Preisniveaus von 2019 oder ein Wiederanstieg auf Boompreise von 2021 gelten gleichermaßen als unwahrscheinlich.

Frankfurter Immobilienmarkt 2026: Was die Angebotsdaten zeigen

Frankfurts Immobilienmarkt ist heterogener als viele Übersichtsdarstellungen vermuten lassen. Laut eigener Markterhebung vom Juni 2026 zeigt der Markt für Bestandswohnungen ein differenziertes Bild: Gewachsene urbane Stadtteile mit guter S- und U-Bahn-Anbindung halten ihre Preise, während einige periphere Randlagen und strukturell schwache Bestände nachgeben. Der Markt ist kein monolithisches Gebilde — er ist ein Aggregat aus Dutzenden von Teilmärkten mit eigener Dynamik.

Frankfurt verzeichnet laut aktuellen Bevölkerungsstatistiken rund 756.000 Einwohner bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von 1,83 Personen — das bedeutet überdurchschnittlich viele Ein- und Zweipersonenhaushalte, die strukturell hohe Nachfrage nach kompakten Eigentumswohnungen erzeugen. Der Wanderungssaldo bleibt positiv. Diese Grundstruktur erklärt, warum Frankfurt auch nach der Korrekturphase 2022 bis 2024 eines der wertstabilsten Immobilienmärkte in Deutschland geblieben ist.

Zehn Jahre Preistrend — was der Langfristvergleich zeigt

Die Langfristperspektive unserer Angebotsauswertung zeigt das strukturelle Gewicht des Frankfurter Marktes. In Bockenheim stieg der ausgewertete Angebotsmedian von 4.077 €/m² im Jahr 2015 auf 6.638 €/m² im Jahr 2026 — ein Zuwachs von 62,8 % in zehn Jahren, trotz der Korrekturphase 2022 bis 2024. In Bornheim zeigt der Langfristvergleich ein Plus von 87,9 % seit 2015 (2015: 3.940 €/m², 2026: 7.404 €/m²). In Nied stieg der Angebotsmedian von 2.098 €/m² (2015) auf 3.952 €/m². Die Werte beschreiben veröffentlichte Preisvorstellungen, nicht beurkundete Kaufpreise.

In der Beratungspraxis begegnet mir regelmäßig das Phänomen, dass Eigentümer den Boomhöchststand von 2021 oder 2022 als mentale Referenz für ihre Preiserwartung verwenden. Das ist menschlich verständlich — aber strategisch falsch. Wer 2015 oder früher erworben hat, ist auch zum heutigen Preisniveau erheblich im Plus. Die Korrektur hat den strukturellen Vermögensaufbau nicht rückgängig gemacht.

Immobilienpreise Frankfurt 2026: Kaufpreise, Mietspiegel & Prognose

Q1 und Q2 2026: Preisentwicklung im Quartalsvergleich

Das erste Halbjahr 2026 verlief in zwei erkennbar unterschiedlichen Phasen. Wer heute kauft oder verkauft, sollte beide Phasen kennen — sie erklären, warum der Markt trotz stabiler Grunddaten noch keine dynamische Aufwärtsbewegung gezeigt hat, aber auch keine weiteren strukturellen Rückgänge verzeichnet.

Q1 2026: Käufer kehren zurück

Das erste Quartal 2026 stand im Zeichen vorsichtiger Käuferaktivierung. Laut Baufi24 (2026) erwartet der Markt für das erste Halbjahr stagnierende Bauzinsen bei einem EZB-Leitzins von 2,25 % — eine Einschätzung, die sich bestätigte: Die Konditionen für 10-jährige Zinsbindungen bewegten sich im Korridor zwischen 3,40 % und 3,72 %. Ein Niveau, das Haushalten mit solider Eigenkapitalquote ab 20 % wieder realistische Finanzierungsspielräume eröffnet.

Die Nachfrage im Segment 400.000 bis 650.000 Euro belebte sich spürbar — besonders in Nordend-Ost, Bornheim und Niederrad. Vermarktungszeiten verkürzten sich; Preisverhandlungen fanden wieder auf Augenhöhe statt: weniger Druck durch Käufer, aber keine Mehrgebotssituationen wie 2021. Im Gallus zeigt die mit 290 ausgewerteten Angeboten besonders breite Datengrundlage einen Zuwachs des Angebotsmedians von 2,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Q2 2026: Zinsen drehen — Markt reagiert gedämpft

Im zweiten Quartal drehte die Zinsdynamik. Laut Statista lagen die Bauzinsen Anfang Juni 2026 bei durchschnittlich 3,93 % für 10-jährige Zinsbindungen — ein spürbarer Anstieg gegenüber Q1. Gleichzeitig prognostizieren Experten von Hüttig & Rompf bis Jahresende einen weiteren Anstieg Richtung 4,0 %. Das hat Wirkung: Käufer mit knappem Eigenkapital treten vorsichtiger auf; Finanzierungsvorhaben werden neu durchgerechnet.

Trotz des Zinsanstiegs zeigen die in unserer Erhebung ausgewerteten Angebotsdaten keine flächendeckenden Rückgänge der Angebotspreise. Der Grund ist strukturell: Das Angebotsproblem in Frankfurt ist ungelöst. Leerstandsquoten tendieren gegen null, Neubautätigkeit bleibt auf historisch niedrigem Niveau, und der Bevölkerungsdruck hält die Grundnachfrage stabil. Laut Engel & Völkers (Q2/2026) lag der aktuelle Angebotspreis für Eigentumswohnungen bei 6.548 €/m² — ein Anstieg von rund 0,8 % gegenüber Q2/2025 (6.494 €/m²).

Quartal Bauzins 10J (Topzins) ETW Frankfurt Ø Marktdynamik
Q4 2025 ca. 3,40–3,60 % 6.494 €/m² Leichte Belebung
Q1 2026 ca. 3,40–3,72 % stabil / leicht steigend Käufer reaktiviert, kürzere Vermarktung
Q2 2026 ca. 3,70–3,93 % 6.548 €/m² Seitwärts, gedämpfte Nachfrage
H2 2026 (Prognose) 3,70–4,00 % (erwartet) stabil bis +2 % Seitwärts, selektive Aufwärtsbewegung

Quellen: Statista (Bauzinsen Juni 2026), Engel & Völkers (ETW Frankfurt Q2/2026), Baufi24, Hüttig & Rompf (2026). Prognosen sind mit Unsicherheiten behaftet. Alle Angaben ohne Gewähr.

Wichtig: EZB-Leitzins ≠ Bauzins

Bauzinsen folgen primär der Rendite 10-jähriger Bundesanleihen — nicht dem EZB-Leitzins. Selbst wenn die EZB den Leitzins senkt (aktuell 2,15 %), können Bauzinsen stabil bleiben oder steigen, wenn Anleiherenditen durch Konjunkturerwartungen oder geopolitische Faktoren steigen. Käufer sollten nicht darauf warten, dass die EZB-Senkung direkt an der Baufinanzierung ankommt — das ist strukturell nicht gegeben.

Eigene Erhebung Juni 2026: Aktuelle Kaufpreise nach Frankfurter Stadtteilen

Die folgende Tabelle basiert auf einer eigenen Auswertung öffentlich sichtbarer Angebote für Frankfurter Bestandswohnungen im Juni 2026. Ausgewiesen werden der Median der Angebotspreise der letzten 12 Monate, die Veränderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum und die Zahl der ausgewerteten Angebote. Angebotspreise können vom später tatsächlich vereinbarten Kaufpreis abweichen; die Tabelle dient deshalb als Marktindikator und nicht als Nachweis realisierter Verkaufspreise.

Stadtteil Median €/m² (2025–2026) Veränd. ggü. Vorjahr Ausgewertete Angebote (12 Mon.)
Gutleutviertel 8.457 € +0,5 % 50
Innenstadt 7.846 € –7,4 %* 26
Gallus 7.504 € +2,3 % 290
Nordend-Ost 7.204 € +3,2 % 109
Nordend 6.809 € –3,2 %* 28
Bornheim 6.650 € +2,1 % 135
Bockenheim 6.639 € –3,4 % 241
Kalbach 6.593 € +0,3 % 28
Dornbusch 5.505 € –0,2 % 85
Eschersheim 5.176 € –0,8 % 75
Niederrad 5.053 € +5,8 % 69
Ginnheim 4.999 € –2,3 % 48
Heddernheim 4.869 € +9,1 % 32
Eckenheim 4.414 € –9,8 % 58
Nied 4.024 € +5,0 % 130
Höchst 3.952 € +1,0 % 47
Nieder-Eschbach 3.739 € –2,5 % 58

Quelle: Eigene Angebotsauswertung Marc Härter Immobilien | Bestandswohnungen (Kauf) Frankfurt am Main | Erhebungszeitraum Juni 2026. *Veränderungen bei kleinen Stichproben (unter 30 ausgewerteten Angeboten) können statistischen Schwankungen unterliegen und sind mit Vorsicht zu interpretieren. Die Zahlen sind Angebotspreise und keine beurkundeten Kaufpreise. Alle Angaben ohne Gewähr.

Besonders bemerkenswert ist das Gallus: Mit 290 ausgewerteten Angeboten in den letzten 12 Monaten hat es die größte Stichprobe der Erhebung. Der Angebotsmedian liegt bei 7.504 €/m² und damit 2,3 % über dem Vorjahreszeitraum. Daraus lässt sich die veröffentlichte Preisentwicklung gut beobachten; über die Zahl oder den Preis beurkundeter Verkäufe sagt diese Stichprobe nichts aus. Der Angebotsmedian lag 2018 bei 7.016 €/m² und liegt 2026 bei 7.504 €/m².

Premiumlagen, Mittellagen, Randlagen: Was die Daten wirklich sagen

Frankfurt ist kein homogener Markt. Die Spanne zwischen dem günstigsten und teuersten erfassten Stadtteil beträgt laut unserer Erhebung (Juni 2026) mehr als 125 % — von 3.739 €/m² in Nieder-Eschbach bis 8.457 €/m² im Gutleutviertel. Pauschalaussagen über „den Frankfurter Markt“ beschreiben einen Mittelwert, der kaum einem konkreten Objekt entspricht.

Premiumlagen: Resilienz mit partieller Volatilität

Das Westend — die teuerste Einzellage der Stadt — zeigt laut eigenem Westend-Marktbericht Q1/2026 einen Angebotsmedian von 8.817 €/m² bei 72 erfassten Angeboten im laufenden Jahr 2026. Das arithmetische Mittel liegt mit 9.109 €/m² darüber — ein Zeichen, dass hochpreisige Angebote den Durchschnitt nach oben ziehen. Penthouses liegen im Angebotsmedian bei 9.722 €/m², Maisonettes bei 9.083 €/m². Das Gutleutviertel hält bei 8.457 €/m² das höchste Angebotsniveau unter den in unserer Erhebung erfassten Stadtteilen — bei einer Veränderungsrate von +0,5 %.

Die Innenstadt zeigt mit –7,4 % die stärkste negative Veränderungsrate unter den Premiumlagen. Das lässt sich bei der kleinen Stichprobe jedoch nicht sicher als strukturelle Schwäche einordnen: Bei nur 26 ausgewerteten Angeboten kann ein einzelnes hochpreisiges Sonderobjekt den Median erheblich verschieben. Solche Ausschläge sind keine belastbare Grundlage für die Preisvorstellung einer konkreten Immobilie.

Mittellagen: Das stärkste Rendite-Risiko-Profil 2026

Bornheim, Nordend-Ost und Niederrad zeigen 2026 stabile bis steigende Angebotsmediane. Bornheim liegt bei 6.650 €/m² und einem Zuwachs von 2,1 %; mit 135 ausgewerteten Angeboten ist die Angebotsbasis vergleichsweise breit. Die durchschnittliche Vermarktungsdauer liegt laut unserer Erhebung bei 77 Tagen.

Niederrad weist in der Angebotsauswertung einen Zuwachs von 5,8 % gegenüber dem Vorjahr auf, bei einem Median von 5.053 €/m² und 69 ausgewerteten Angeboten. Die Nähe zum Bankenviertel, verbesserte Radwegeinfrastruktur und gestiegene Neuvermietungsmieten machen den Stadtteil für Kapitalanleger zunehmend interessant. Ein vergleichbares Bild zeigt Nied mit +5,0 % und einem Angebotsmedian von 4.024 €/m² bei 130 ausgewerteten Angeboten.

Randlagen: Stärkere Korrekturen, aber kein struktureller Einbruch

Eckenheim (–9,8 %), Nieder-Eschbach (–2,5 %) und Bockenheim (–3,4 %) zeigen, dass Lagen mit weniger Mietdruck und schlechterer ÖPNV-Direktanbindung empfindlicher auf das gestiegene Zinsniveau reagieren. In diesen Lagen konkurrieren Eigentumswohnungen unmittelbar mit preiswerteren Angeboten im Umland. Gleichzeitig handelt es sich um keine Strukturkrise: Der Median in Eckenheim lag 2015 noch bei 2.342 €/m² — der aktuelle Wert von 4.414 €/m² entspricht trotz Rückgang einem 10-Jahres-Zuwachs von 88,4 %.

Was ist Ihre Immobilie in Frankfurt heute wert?

Die Tabelle zeigt Angebotsmediane. Ihr konkretes Objekt kann je nach Zustand, Etage, Energieeffizienzklasse und Mikrolage erheblich abweichen. Als IHK-zertifizierter Bewerter ordne ich aktuelle Angebotsdaten und, wo verfügbar, amtliche Kaufpreisdaten objektspezifisch ein — diskret und ohne Verkaufsdruck.

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Mietmarkt Frankfurt 2026: Leerstand nahe null, Renditen erholen sich

Was der gesunkene Käuferandrang 2022 bis 2024 aus dem Kaufmarkt herausgedrängt hat, ist direkt in den Mietmarkt geflossen. Wer sich keine Finanzierung leisten konnte oder wollte, mietet. Frankfurt hat keine freien Kapazitäten: Die Leerstandsquote tendiert gegen null, die Nachfrage nach Mietwohnungen übersteigt das Angebot strukturell.

Mietspiegel versus Neuvermietungsrealität

Der qualifizierte Mietspiegel der Stadt Frankfurt (gültig bis Mai 2026) weist eine ortsübliche Kaltmiete von rund 12,50 €/m² für Bestandswohnungen aus. Die Realität bei Neuvermietungen liegt erheblich höher: Freie Wohnungen werden 2026 im Schnitt für 15,00 bis 19,00 €/m² angeboten, in gehobenen Citylagen und bei Neubauwohnungen teils deutlich über 20,00 €/m².

Diese Spreizung ist für Kapitalanleger entscheidend: Die Renditekalkulation muss auf realistischen Neuvermietungsmieten basieren, nicht auf dem Mietspiegel-Basiswert. In Bestandsportfolios mit langjährigen Mietverhältnissen kann die bestehende Kaltmiete erheblich unter der Marktmiete liegen. Ein Eigentümerwechsel eröffnet in solchen Fällen Anpassungsspielräume im Rahmen der gesetzlichen Regelungen — bei gleichzeitig attraktiverem Einkaufspreis als in der Boomphase.

Renditen 2026: Was ist realistisch?

Durch gesunkene Kaufpreise bei gleichzeitig gestiegenen Neuvermietungsmieten sind die erzielbaren Bruttomietrenditen in Frankfurt 2026 wieder attraktiver als in der Boomphase 2020 bis 2022. In Mittellagen wie Niederrad, Nied oder Fechenheim lassen sich bei marktgerechtem Einkaufspreis Bruttomietrenditen von 3,5 bis 4,5 % erzielen. Für Mehrfamilienhäuser (Zinshäuser) gilt ähnliches: Sie werden 2026 mit dem 18- bis 24-fachen der Jahresnettomiete gehandelt — deutlich attraktiver als die Faktoren von 28 bis 32, die in der Boomphase 2020 bis 2022 normal waren.

Steuerlicher Hinweis für Kapitalanleger

Mieteinnahmen unterliegen der Einkommensteuer. Abschreibungen (AfA), Finanzierungskosten und Werbungskosten können steuerlich geltend gemacht werden. Für die konkrete steuerliche Auswirkung auf Ihre persönliche Situation konsultieren Sie bitte einen Steuerberater. Diese Darstellung ersetzt keine steuerliche Beratung.

Energieeffizienz als Preistreiber: GEG verändert die Kalkulation

Eine der markantesten Entwicklungen im Frankfurter Markt 2026 ist die sich öffnende Preisschere zwischen energetisch sanierten und unsanierten Objekten. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) hat die Kaufentscheidung strukturell verändert: Käufer fragen heute systematisch nach dem Energieausweis, Finanzierungsberater weisen auf Modernisierungspflichten nach Eigentümerwechsel hin, und Banken bepreisen energetisch schlechte Objekte restriktiver.

In der Beratungspraxis zeigt sich das Muster klar: Objekte mit Energieeffizienzklasse F oder G erzielen Abschläge von 8 bis 15 % gegenüber vergleichbaren Objekten in Klasse C oder besser — in manchen Fällen mehr. Ein unsaniertes Frankfurter Altbauobjekt aus den 1960er-Jahren ist ein anderes Produkt als ein kernsaniertes Objekt gleicher Fläche in der gleichen Lage. Die Energieeffizienz ist neben Lage und Zustand zum dritten maßgeblichen Preistreiber geworden.

Energieeffizienzklasse Käuferreaktion Preisabschlag (Praxisschätzung)
A / A+ (Neubau) Spitzenpreis, breite Nachfrage Referenzpreis (0 %)
B / C (kernsaniert) Solide Nachfrage, kein wesentlicher Abschlag 0–3 %
D / E (Teilsanierung) Käufer verhandeln, Finanzierung kritischer 3–8 %
F / G (unsaniert) Eingeschränkte Käuferschicht, hoher Preisdruck 8–15 % oder mehr

Praxisschätzung Marc Härter Immobilien | Frankfurter Markt 2024–2026. Einzelobjekte können erheblich abweichen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Prognose Frankfurt H2 2026: Drei Szenarien

Für das zweite Halbjahr 2026 zeichnen sich drei Szenarien ab. Das Basisszenario — Seitwärtsbewegung mit selektivem Aufwärtsdruck in Citylagen — gilt nach aktuellem Datenbild als am wahrscheinlichsten. Alle Prognosen sind als Orientierungsrahmen zu verstehen, nicht als Garantie.

Basisszenario: Stabil mit Richtungsunterschied je Lage

Bauzinsen verbleiben laut Expertenprognosen (Dr. Klein, Finanzierungsrechner24, Hüttig & Rompf, Stand Juni 2026) im Korridor 3,7 bis 4,0 %. Die Nachfrage bleibt gedämpft, aber löst keine flächendeckenden Preiskorrekturen aus. Gut positionierte Objekte in Citylagen finden weiterhin bonitätsstarke Käufer — bei realistischen Preisvorstellungen. Randlagen ohne klare Infrastrukturvorteile zeigen weiterhin leichten Preisdruck. Preisveränderung gesamt: –1 % bis +2 %.

Positivszenario: Bauzinsen sinken — Markt reaktiviert sich

Sollten Bauzinsen bis Ende 2026 auf 3,0 bis 3,3 % fallen — laut Finanzierungsrechner24 (April 2026) möglich, aber nicht das wahrscheinlichste Szenario — würde die Nachfrage in allen Lagen spürbar anziehen. Insbesondere das Segment 500.000 bis 800.000 Euro, das von solventen Eigennutzern getragen wird, würde profitieren. Mögliche Preisveränderung: +3 % bis +6 % bis Jahresende.

Negativszenario: Zinsen übersteigen 4,0 % dauerhaft

Ein anhaltender Zinsanstieg über 4,0 % — etwa durch geopolitische Schocks oder unerwartete Inflationsrückkehr — würde die Finanzierbarkeit weiter einschränken. Randlagen und strukturell schwächere Bestände wären zuerst betroffen. Premiumlagen mit stabilem Investoreninteresse und Eigenkapitalkäufern zeigen historisch höhere Resilienz gegenüber Zinsschocks. Ein Rückfall auf das Preisniveau von 2019 gilt als sehr unwahrscheinlich.

Szenario Bauzins (Jahresende) Preisveränderung ETW Frankfurt Einschätzung
Basis (Seitwärts) 3,7–4,0 % –1 % bis +2 % wahrscheinlichstes Szenario
Positiv (Zinsen sinken) 3,0–3,3 % +3 % bis +6 % möglich
Negativ (Zinsen steigen) über 4,0 % –3 % bis –6 % (periphere Lagen) weniger wahrscheinlich

Prognose auf Basis von Experteneinschätzungen: Dr. Klein, Hüttig & Rompf, Baufi24, Finanzierungsrechner24 (Stand: Juni 2026). Prognosen sind mit Unsicherheiten behaftet und keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.

Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf in Frankfurt 2026

Hessen gehört mit einem Grunderwerbsteuersatz von 6,0 % zu den kostspieligen Bundesländern beim Immobilienerwerb. Kaufnebenkosten beeinflussen sowohl die Eigenkapitalanforderung als auch die tatsächliche Renditeberechnung erheblich und müssen von Anfang an in jede Kalkulation einbezogen werden.

Kostenposition Satz Beispiel 600.000 € Kaufpreis
Grunderwerbsteuer Hessen 6,0 % 36.000 €
Notar und Grundbuchamt ca. 1,5–2,0 % 9.000–12.000 €
Maklerprovision (bei Beauftragung, ETW/EFH) max. 50 % der Gesamtprovision (§ 656c BGB) je nach Vereinbarung
Nebenkosten gesamt (ohne Provision) ca. 7,5–8,0 % 45.000–48.000 €

Stand: 2026. Die Grunderwerbsteuer wird ausschließlich auf den Kaufpreis berechnet — nicht auf Maklerprovision oder Inventar. Alle Angaben ohne Gewähr.

Rechtlicher Hinweis: Maklerprovision beim Wohnungskauf

Beim Kauf von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern ist die Maklerprovision gemäß § 656c BGB symmetrisch zu teilen — kein Vertragspartner darf eine höhere Quote als der andere tragen. Diese Regelung gilt ausschließlich für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser, nicht für Mehrfamilienhäuser oder gewerbliche Objekte. Für aktuelle Vertragsgestaltung empfehlen wir die Beratung durch einen Fachanwalt für Immobilienrecht.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Immobilienpreise Frankfurt 2026

Wie haben sich die Immobilienpreise in Frankfurt in Q1 und Q2 2026 entwickelt?

Q1 2026 brachte eine Belebung der Käufernachfrage bei stabilen Bauzinsen zwischen 3,40 und 3,72 %. Kürzere Vermarktungszeiten und weniger Preisdruck durch Käufer kennzeichneten das Quartal. Q2 2026 verlief gedämpfter: Bauzinsen stiegen auf 3,70 bis 3,93 % (Statista, Juni 2026), was die Nachfrage wieder bremste. Laut Engel und Völkers lag der Angebotspreis für Eigentumswohnungen in Q2/2026 bei 6.548 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 0,8 % gegenüber Q2/2025. Flächendeckende Preisrückgänge blieben aus, da das strukturelle Angebotsproblem ungelöst ist.

Was kostet eine Eigentumswohnung in Frankfurt pro Quadratmeter — Stand 2026?

Laut eigener Angebotsauswertung für Frankfurter Bestandswohnungen (Erhebungszeitraum Juni 2026) liegt der stadtweite Median der ausgewerteten Angebotspreise bei ca. 6.056 Euro pro Quadratmeter. Die Spanne reicht von 3.739 Euro pro Quadratmeter in Nieder-Eschbach bis 8.457 Euro pro Quadratmeter im Gutleutviertel. Diese Werte sind keine beurkundeten Kaufpreise und können vom tatsächlich vereinbarten Preis abweichen. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: Juni 2026.

Welche Frankfurter Stadtteile zeigen 2026 die stärkste Preisentwicklung?

In der eigenen Angebotsauswertung vom Juni 2026 zeigen Heddernheim mit plus 9,1 %, Niederrad mit plus 5,8 % und Nied mit plus 5,0 % die stärksten Zuwächse. Das Gallus hat mit 290 ausgewerteten Angeboten die größte Stichprobe und liegt bei plus 2,3 %. Bornheim mit plus 2,1 % und Nordend-Ost mit plus 3,2 % zeigen ebenfalls stabile Angebotsmediane. Die Werte beschreiben Angebotspreise und nicht die Zahl oder Preise beurkundeter Verkäufe.

Werden die Immobilienpreise in Frankfurt 2026 weiter fallen?

Ein starker flächendeckender Preisrückgang gilt nach aktuellem Datenbild als unwahrscheinlich. Das strukturelle Angebotsproblem in Frankfurt — Leerstandsquote nahe null, minimale Neubautätigkeit, stabile Bevölkerungsnachfrage — stützt das Preisniveau. Für das zweite Halbjahr 2026 erwarten Experten (Dr. Klein, Baufi24, Hüttig und Rompf) Bauzinsen im Korridor 3,7 bis 4,0 %, was die Nachfrage gedämpft hält, aber keine weiteren Preisabschläge erzwingt. Selektive Schwäche in Randlagen und bei energetisch schlechten Objekten bleibt möglich. Alle Prognosen ohne Gewähr, Stand: Juni 2026.

Lohnt sich Frankfurt 2026 noch als Kapitalanlage?

Ja, vorausgesetzt die Kalkulation basiert auf realistischen Mietansätzen und marktgerechtem Einkaufspreis. In Mittellagen wie Niederrad, Nied und Fechenheim sind Bruttomietrenditen von 3,5 bis 4,5 % erreichbar. Mehrfamilienhäuser werden 2026 mit dem 18- bis 24-fachen der Jahresnettomiete gehandelt, deutlich attraktiver als die Faktoren von 28 bis 32, die in der Boomphase 2020 bis 2022 normal waren. Die individuelle Objektkalkulation entscheidet: Energieeffizienz, Mietverhältnis und Lage bestimmen die tatsächliche Rendite. Für steuerliche Auswirkungen konsultieren Sie bitte einen Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewähr.

Wie hoch sind die Bauzinsen aktuell und wie entwickeln sie sich bis Ende 2026?

Laut Statista lagen die Bauzinsen Anfang Juni 2026 bei durchschnittlich 3,93 % für 10-jährige Zinsbindungen. Für das zweite Halbjahr 2026 erwarten Experten von Dr. Klein und Hüttig und Rompf Zinsen im Korridor 3,7 bis 4,0 %, mit möglichem Anstieg Richtung 4,0 % bis Jahresende. Wichtig: Bauzinsen folgen primär der Rendite 10-jähriger Bundesanleihen, nicht dem EZB-Leitzins. Der EZB-Leitzins liegt aktuell bei 2,15 %. Individuelle Konditionen können je nach Bonität, Eigenkapitalquote und Anbieter erheblich abweichen. Stand: Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was kostet ein Einfamilienhaus in Frankfurt 2026?

Freistehende Einfamilienhäuser im Frankfurter Stadtgebiet sind ein rares Gut. Laut Immoverkauf24 (Q2/2026) liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Häuser in Frankfurt bei ca. 5.894 Euro pro Quadratmeter. Ein typisches Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche kostet demnach im Schnitt zwischen 800.000 und 1.000.000 Euro, zuzüglich Kaufnebenkosten von rund 7,5 bis 8 % ohne Maklerprovision. Freistehende Häuser in Premiumlagen wie Sachsenhausen oder dem Nordend können erheblich darüber liegen. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: Q2/2026.

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf in Frankfurt?

Beim Immobilienkauf in Frankfurt müssen Käufer 6,0 % Grunderwerbsteuer (Hessen), ca. 1,5 bis 2,0 % für Notar und Grundbuchamt sowie eine eventuelle Maklerprovision einkalkulieren. Ohne Maklerprovision belaufen sich die Nebenkosten auf ca. 7,5 bis 8,0 % des Kaufpreises. Beispiel: Bei einem Kaufpreis von 600.000 Euro sind das rund 45.000 bis 48.000 Euro Nebenkosten zusätzlich. Die Grunderwerbsteuer wird ausschließlich auf den Kaufpreis berechnet, nicht auf Provision oder Inventar. Stand: 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.

Zuletzt fachlich geprüft am

Redaktionsstand: 26. Juli 2026. Die eigene Marktauswertung enthält Angebots- und keine beurkundeten Verkaufspreise. Rechtliche, steuerliche und finanzielle Hinweise dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Fachberatung.Für die Bebilderung unserer Ratgeber nutzen wir KI-generierte Fotos und Grafiken. Diese sind im Beitrag entsprechend gekennzeichnet.

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