Maklervertrag kündigen: Fristen, Gründe und Vorlage
Sie möchten den Maklervertrag kündigen? Prüfen Sie zuerst Vertragsart, Laufzeit und Beendigungsweg. Ein befristeter Alleinauftrag lässt sich nicht allein wegen Unzufriedenheit vorzeitig beenden. Die Vorlage für die ordentliche Kündigung steht direkt bereit; anschließend erklären wir Fristen, Zugang und mögliche Kosten.

Inhaltsverzeichnis
- 01Maklervertrag kündigen: Vorlage zum Kopieren und als PDF
- 02Welcher Beendigungsweg passt zu Ihrem Vertrag?
- 03Was ist ein Maklervertrag und welche Vertragsarten gibt es?
- 04Maklervertrag kündigen wegen Unzufriedenheit – häufige Gründe
- 05Maklervertrag kündigen – alle Kündigungswege im Detail
- 06Vor dem Versand: fünf Punkte zur Kündigung prüfen
- 07Maklervertrag richtig kündigen – Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 08Kündigungsfristen beim Maklervertrag – Übersicht
- 09Welche Kosten entstehen bei der Kündigung des Maklervertrages?
- 10Nach der Kündigung: Immobilie verkaufen – so geht es richtig
- 11Makler wechseln – worauf Sie beim neuen Maklervertrag achten sollten
- 12Marc Härter Immobilien – Ihr verlässlicher Partner in Frankfurt und Rhein-Main
- 13Fazit: Maklervertrag kündigen – so gehen Sie rechtssicher vor
- 14Rechtsquellen zur Beendigung des Maklervertrags
- 15Quellen der ergänzten Antworten
- 16Primärquellen zur Aktualisierung
Maklervertrag kündigen: Fristen, Gründe und Vorlage auf einen Blick
- Vertrag: Bindung zuerst prüfen
- Vertragsart, Laufzeit, Verlängerung und Form bestimmen den passenden Beendigungsweg.
- Vorzeitig: Wichtiger Grund oder Einigung
- Unzufriedenheit allein beendet einen wirksam befristeten Alleinauftrag nicht; Abhilfe und angemessene Frist können relevant sein.
- Provision: Keine feste Nachfrist
- Ein späterer Abschluss kann weiterhin auf der bisherigen Maklerleistung beruhen. § 652 BGB und der Einzelfall sind maßgeblich.
- Vorlage: Ordentliche Kündigung
- Das kopierbare Muster und die PDF-Vorlage nennen Vertrag, Objekt und Beendigungszeitpunkt; Frist, Form und Zugang bleiben zu prüfen.
Sie möchten Ihren Maklervertrag kündigen und suchen eine verwendbare Vorlage? Das Muster für die ordentliche Kündigung steht direkt im nächsten Abschnitt bereit. Prüfen Sie vor dem Versand Laufzeit, Frist und Form. Für einen vorzeitigen Ausstieg oder einen Widerruf gelten andere Voraussetzungen; diese erklärt der anschließende Entscheidungsweg.
Ob fehlende Vermarktungsaktivitäten, mangelnde Kommunikation oder ein nachhaltiger Vertrauensverlust: Es gibt zahlreiche Gründe, weshalb Eigentümer und Kaufinteressenten einen laufenden Maklervertrag kündigen möchten. Die rechtlichen Möglichkeiten hängen dabei maßgeblich von der Art des abgeschlossenen Maklervertrags ab. Im Folgenden erläutern wir die Kündigungswege, Fristen und Fallstricke – und zeigen Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl eines neuen, verlässlichen Immobilienmaklers in Frankfurt achten sollten.
Maklervertrag kündigen: Vorlage zum Kopieren und als PDF
Dieses Muster ist für eine ordentliche Kündigung gedacht. Ergänzen Sie Ihre Vertrags- und Objektdaten und prüfen Sie Laufzeit, Frist, Empfänger und erforderliche Form. Eine Vorlage ersetzt weder einen Widerruf noch die Begründung einer außerordentlichen Kündigung.
Ausfüllbare Kündigungsvorlage mit Muster und Erläuterungen als PDF herunterladen · ohne Anmeldung.
Die PDF enthält ein neutrales Formular mit ausfüllbaren Feldern, ein Muster mit Platzhaltern und die Erläuterungen.
Kündigung des Maklervertrags
[Vor- und Nachname]
[Straße, Hausnummer]
[PLZ, Ort]
[Telefon / E-Mail][Ort], [Datum]
[Name des Maklerbüros]
[Straße, Hausnummer]
[PLZ, Ort]Betr.: Kündigung des Maklervertrags vom [Datum des Vertragsabschlusses] für [Objektadresse]
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit kündige ich den oben genannten Maklervertrag ordentlich und fristgemäß zum [Datum], hilfsweise zum nächstmöglichen vertraglich zulässigen Termin.
Bitte bestätigen Sie mir den Zugang der Kündigung sowie den Beendigungszeitpunkt in Textform.
Mit freundlichen Grüßen
[Name / gegebenenfalls Unterschrift]
Die Bestätigung des Maklers ist keine Voraussetzung einer bereits wirksamen Kündigung. Die Vorlage erklärt keine Befreiung von Provision oder Aufwendungsersatz; entsprechende Ansprüche sind gesondert zu prüfen.
Welcher Beendigungsweg passt zu Ihrem Vertrag?
- Widerruf: Verbraucherrecht bei passendem Vertragsschluss; Belehrung, Frist und ein mögliches Erlöschen prüfen.
- Unbefristeter einfacher Auftrag: Beendigung für die Zukunft erklären; besondere Vertragsregelungen und bisherige Maklerleistungen berücksichtigen.
- Befristeter Alleinauftrag: Laufzeit und Kündigungsregel beachten; Unzufriedenheit allein genügt nicht für eine vorzeitige Kündigung.
- Wichtiger Grund: Pflichtverletzung, Zumutbarkeit, gegebenenfalls Abmahnung oder Abhilfefrist und den zeitnahen Zugang prüfen.
- Einvernehmliche Aufhebung: Beendigungszeitpunkt, bisherige Interessenten und mögliche Kosten ausdrücklich vereinbaren.
Kann ich meinen Maklervertrag vorzeitig kündigen?
Das hängt vor allem von Vertragsart, Laufzeit und Kündigungsgrund ab. Ein befristeter Alleinauftrag endet nicht schon dadurch, dass der Verkauf länger dauert als erhofft. Prüfen Sie zunächst eine vertragliche Kündigungsmöglichkeit oder eine einvernehmliche Aufhebung. Bei einer Kündigung aus wichtigem Grund müssen die konkreten Voraussetzungen vorliegen; bei Pflichtverletzungen ist regelmäßig zunächst eine Abmahnung oder Abhilfefrist erforderlich, soweit keine Ausnahme greift (§ 314 BGB).
Halten Sie beanstandete Leistungen, Nachrichten und Fristen fest. Erklären Sie die Beendigung nachweisbar und klären Sie bereits vermittelte Interessenten sowie mögliche Kosten. Eine Kündigung beseitigt einen aus bisherigen Leistungen entstandenen Provisionsanspruch nicht automatisch. Die Vorlage für eine ordentliche Kündigung passt daher nicht unverändert für jeden vorzeitigen Ausstieg.

Was ist ein Maklervertrag und welche Vertragsarten gibt es?
Ein Maklervertrag ist ein rechtlich bindendes Vertragsverhältnis zwischen einem Auftraggeber – also Verkäufer, Vermieter oder Kaufinteressent – und einem Immobilienmakler. Der Makler verpflichtet sich, gegen Zahlung einer Provision (auch: Courtage) die Gelegenheit zum Abschluss eines Kauf- oder Mietvertrages nachzuweisen oder zu vermitteln. Die rechtlichen Grundlagen des Maklervertrages finden sich in den §§ 652 bis 656 BGB. Seit dem 23. Dezember 2020 müssen Maklerverträge über den Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern zwingend in Textform (§ 656a BGB i. V. m. § 126b BGB) geschlossen werden. Textform bedeutet: eine lesbare, dauerhaft speicherbare Erklärung – etwa per E-Mail oder Fax. Eine eigenhändige Unterschrift (Schriftform nach § 126 BGB) ist gesetzlich nicht zwingend erforderlich.
Die drei wichtigsten Vertragsarten im Überblick
Für die Frage, ob und wie Sie einen Maklervertrag kündigen können, ist die Art des abgeschlossenen Vertrages entscheidend. Im deutschen Immobilienrecht unterscheidet man grundsätzlich drei Vertragsformen:
1. Einfacher Maklerauftrag: Ohne wirksame Exklusivbindung kann der Auftraggeber weitere Makler einsetzen und selbst Käufer suchen. Ein unbefristeter einfacher Auftrag ist nach dem gesetzlichen Leitbild grundsätzlich für die Zukunft beendbar. Vertragsklauseln, Nebenpflichten und bereits erbrachte Maklerleistungen sind zu prüfen; § 627 BGB gilt nicht pauschal für jeden Maklervertrag.
2. Einfacher Makleralleinauftrag: Der Auftraggeber verzichtet während einer vereinbarten Bindung auf weitere Makler, darf grundsätzlich aber selbst verkaufen. Der Makler schuldet vereinbarte Aktivitäten. Laufzeit, Kündigungsregel und eine mögliche Verlängerung entscheiden über den ordentlichen Beendigungszeitpunkt. Eine wirksame Befristung schließt die ordentliche vorzeitige Kündigung regelmäßig aus; wichtiger Grund und einvernehmliche Aufhebung bleiben gesondert zu prüfen.
3. Qualifizierter Makleralleinauftrag: Weitere Pflichten können die eigene Käufersuche oder den Umgang mit selbst gefundenen Interessenten beschränken. Ob diese Bindung wirksam vereinbart wurde, hängt besonders vom konkreten Wortlaut und der Vertragsgestaltung ab. Eine vorzeitige Beendigung folgt nicht aus einer allgemein gültigen Drei- oder Acht-Monats-Regel.
Maklervertrag kündigen wegen Unzufriedenheit – häufige Gründe
Unzufriedenheit mit dem Makler ist einer der häufigsten Beweggründe für die Kündigung eines Maklervertrages. In der Praxis begegnen uns bei Marc Härter Immobilien regelmäßig folgende Situationen, die den Wunsch nach einem Maklerwechsel auslösen:
Typische Beschwerden und Kündigungsgründe bei Maklerverträgen
Mangelnde Vermarktungsaktivitäten: Der Makler inseriert die Immobilie nicht, schaltet keine Anzeigen auf den einschlägigen Portalen oder unternimmt trotz vertraglicher Verpflichtung keinerlei aktive Schritte zur Vermarktung. Beim Makleralleinauftrag trifft den Makler eine Tätigkeitspflicht – eine längere Untätigkeit stellt eine schwerwiegende Pflichtverletzung dar und kann eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen.
Keine Besichtigungen trotz vorhandener Interessenten: Kaufinteressenten wenden sich an den Makler, erhalten jedoch keine Rückmeldung und werden nicht zu Besichtigungsterminen eingeladen. Dies kann aktiv zu einer Verzögerung oder gar Vereitelung des Verkaufserfolges führen.
Eigenmächtige Preisreduzierung: Der Makler senkt den Angebotspreis der Immobilie ohne Rücksprache mit dem Eigentümer – etwa um den Verkauf zu beschleunigen oder einen eigenen Folgeauftrag zu sichern. Dies stellt einen schwerwiegenden Vertrauensbruch dar.
Eigeninteresse des Maklers: Der Makler versucht, die Immobilie selbst zu erwerben oder an Bekannte zu vermitteln, und handelt dabei erkennbar gegen die Interessen des Eigentümers.
Falschangaben und Täuschung: Der Makler macht unrichtige Angaben zu Objektdetails, zur Marktlage oder zu seiner eigenen Qualifikation und beschädigt dadurch die Vertrauensgrundlage des Vertragsverhältnisses nachhaltig.
Fehlende Erreichbarkeit und Kommunikation: Wiederholte Kontaktversuche bleiben unbeantwortet. Der Makler informiert den Auftraggeber nicht über den Vermarktungsstand und ist weder telefonisch noch per E-Mail erreichbar.
Geänderte Verkaufsabsichten: Private oder wirtschaftliche Veränderungen führen dazu, dass die Immobilie vorerst nicht veräußert werden soll.
Käufer in Eigenregie gefunden: Der Eigentümer hat eigenständig einen Kaufinteressenten gefunden und benötigt den Makler daher nicht mehr.
Maklervertrag kündigen – alle Kündigungswege im Detail
Bei einem noch laufenden Verbraucherwiderrufsrecht prüfen Sie zuerst den Vertragsschluss und Widerruf bei Exposé oder Besichtigung. Nach Ende oder Erlöschen dieses Rechts gelten andere Beendigungsregeln.
Der Weg zur wirksamen Kündigung eines Maklervertrages richtet sich nach der Vertragsart, dem Zeitpunkt der Kündigung und dem Vorliegen etwaiger Kündigungsgründe. Im Folgenden werden alle relevanten Kündigungsformen erläutert.
1. Widerruf innerhalb von 14 Tagen
Verbraucher können einen Maklervertrag grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen widerrufen, wenn er als Fernabsatzvertrag oder außerhalb der Geschäftsräume des Maklers zustande gekommen ist. Ein Fernabsatzvertrag setzt neben der Nutzung von Telefon, E-Mail oder Online-Formular ein dafür organisiertes Vertriebs- oder Dienstleistungssystem voraus. Bei fehlender ordnungsgemäßer Belehrung erlischt das Recht grundsätzlich spätestens zwölf Monate und 14 Tage nach dem maßgeblichen Fristbeginn. Beginnt der Makler auf ausdrückliches Verlangen vor Fristablauf, kann bei einem späteren Widerruf Wertersatz nach § 357a Abs. 2 BGB geschuldet sein, wenn die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind.
2. Ordentliche Kündigung des unbefristeten Maklervertrages
Ein unbefristeter einfacher Maklerauftrag kann nach dem gesetzlichen Leitbild grundsätzlich für die Zukunft beendet werden. Maßgeblich sind jedoch Vertragsinhalt, Auftragstyp und mögliche Nebenpflichten. § 627 BGB darf nicht pauschal auf jeden Maklervertrag angewendet werden, weil die Vorschrift ein Dienstverhältnis mit Diensten höherer Art voraussetzt. Erklären Sie die Beendigung deshalb eindeutig und nachweisbar und lassen Sie Sonderklauseln oder bereits weit fortgeschrittene Vermittlungssituationen im Zweifel rechtlich prüfen.
3. Kündigung des befristeten Maklervertrages zum Laufzeitende
Befristete Maklerverträge enden grundsätzlich mit Ablauf der vereinbarten Laufzeit. Enthält der Vertrag eine wirksame Verlängerungsklausel, muss die Beendigung rechtzeitig und in der vereinbarten Form erklärt werden. In Allgemeinen Geschäftsbedingungen darf nach § 309 Nr. 13 BGB regelmäßig keine strengere Form als Textform verlangt werden. Laufzeit, Frist und Klauselwortlaut sind deshalb zusammen zu prüfen.
4. Außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund
Auch ein befristeter Maklervertrag kann aus wichtigem Grund vorzeitig beendet werden, wenn die Fortsetzung bis zum vereinbarten Ende unter Abwägung der beiderseitigen Interessen unzumutbar ist. Bei einer Pflichtverletzung kann nach § 314 Abs. 2 BGB zunächst eine Abhilfefrist oder Abmahnung erforderlich sein, soweit sie nicht ausnahmsweise entbehrlich ist. § 314 Abs. 3 BGB verlangt die Kündigung innerhalb einer angemessenen Frist nach Kenntnis des Grundes; eine allgemeine starre Zwei-Wochen-Frist gilt für Maklerverträge nicht automatisch. Ob Untätigkeit, Falschangaben oder ein Interessenkonflikt ausreichen, hängt vom Vertrag und den Umständen ab.
5. Einvernehmliche Aufhebung des Maklervertrages
Auch ohne rechtlich zwingenden Kündigungsgrund besteht stets die Möglichkeit, den Maklervertrag im gegenseitigen Einvernehmen aufzuheben. Da Makler auf reiner Erfolgsbasis arbeiten und den Auftraggeber nicht zur Unterzeichnung eines Kaufvertrages zwingen können, sind viele Makler bereit, einen Auftrag bei erkennbarem Vertrauensverlust frühzeitig und einvernehmlich zu beenden. Eine mündlich erzielte Einigung sollte stets schriftlich fixiert werden.
Vor dem Versand: fünf Punkte zur Kündigung prüfen
- Vertrag zuordnen: Auftraggeber, Vertragsschluss und Objekt eindeutig nennen.
- Termin prüfen: Laufzeit, Kündigungsfrist und wirksame Verlängerung zusammen lesen; bei Unklarheit den nächstmöglichen Termin formulieren.
- Passendes Muster wählen: Eine ordentliche Kündigung enthält nicht automatisch die Voraussetzungen einer außerordentlichen Kündigung.
- Zugang sichern: Erklärung, Inhalt und tatsächlichen Zugang dokumentieren. Eine bloße Versandbestätigung genügt nicht in jeder Situation.
- Interessenten abgleichen: Frühere Nachweise, bereits geführte Verhandlungen und vereinbarte Aufwendungen für einen späteren Verkauf festhalten.
Die vorhandene ausfüllbare PDF und das kopierbare Muster bleiben ohne Firmenbranding auf dem verwendbaren Schreiben. Ergänzende Erläuterungen stehen außerhalb des Musters.
Maklervertrag richtig kündigen – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Um den Maklerauftrag rechtssicher zu beenden und finanzielle sowie rechtliche Risiken zu minimieren, empfehlen wir von Marc Härter Immobilien das folgende strukturierte Vorgehen:
Schritt 1: Vertragsart und Laufzeit prüfen
Prüfen Sie zunächst, welche Art von Maklervertrag vorliegt: Handelt es sich um einen unbefristeten einfachen Maklerauftrag, einen befristeten Alleinauftrag oder einen qualifizierten Alleinauftrag? Notieren Sie die vereinbarte Vertragslaufzeit sowie etwaige automatische Verlängerungsklauseln. Diese Prüfung bildet die Grundlage für alle weiteren Schritte.
Schritt 2: Kündigungsgründe dokumentieren
Sofern Sie beabsichtigen, einen befristeten Maklervertrag außerordentlich zu kündigen, ist eine lückenlose Dokumentation der Pflichtverletzungen unerlässlich. Sichern Sie alle relevanten E-Mails, WhatsApp-Nachrichten und Gesprächsnotizen. Halten Sie konkrete Daten fest: Wann hat der Makler zuletzt aktiv vermarktet? Seit wann ist er nicht mehr erreichbar? Wann wurde der Preis eigenmächtig geändert? Diese Dokumentation bildet die Grundlage für eine rechtssichere Kündigung und schützt Sie im Falle etwaiger Schadensersatzansprüche.
Schritt 3: Gespräch mit dem Makler suchen
Vor der formellen Kündigung empfiehlt es sich, das direkte Gespräch mit dem Makler zu suchen und die Unzufriedenheit klar zu kommunizieren. In vielen Fällen sind Makler bereit, Mängel zu beheben oder einer einvernehmlichen Aufhebung des Vertrages zuzustimmen. Auch dieses Gespräch sollte schriftlich dokumentiert werden.
Schritt 4: Kündigungsschreiben aufsetzen
§ 656a BGB regelt die Form des Vertragsschlusses bei Wohnungen und Einfamilienhäusern, nicht automatisch die Form jeder Kündigung. Prüfen Sie die vertragliche Formklausel. Aus Beweisgründen sollte die Beendigung mindestens in Textform erklärt werden. Das Schreiben sollte Vertrag, Objekt, Beendigungszeitpunkt und bei einer außerordentlichen Kündigung den konkreten Grund eindeutig bezeichnen.
Nutzen Sie bei Bedarf diese Maklervertrag Kündigungsvorlage als Basis:
Das Muster für die ordentliche Kündigung steht am Beginn dieses Beitrags bereit. Für eine außerordentliche Kündigung müssen Grund und notwendige vorherige Schritte gesondert geprüft werden.
Schritt 5: Kündigung nachweisbar übermitteln
Übermitteln Sie die Kündigung in der erforderlichen Form und dokumentieren Sie ihren Zugang. Eine E-Mail kann bei zulässiger Textform genügen; bewahren Sie Inhalt und einen belastbaren Zugangsnachweis auf. Bei persönlicher Übergabe hilft eine Empfangsbestätigung. Ein postalischer Zustellnachweis belegt nicht automatisch den Inhalt des Schreibens, und ein nicht abgeholtes Rückschein-Einschreiben sichert den Zugang nicht verlässlich.

Kündigungsfristen beim Maklervertrag – Übersicht
Eine der meistgestellten Fragen lautet: Wie lange bin ich an einen Maklervertrag gebunden? Die Antwort hängt – wie bereits erläutert – maßgeblich von der Vertragsart ab. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Fristen zusammen:
| Vertragsart | Ordentliche Kündigung | Außerordentliche Kündigung | Widerruf |
|---|---|---|---|
| Unbefristeter einfacher Maklerauftrag | Grundsätzlich jederzeit; Vertrag prüfen | Bei wichtigem Grund; angemessene Frist nach § 314 BGB | 14 Tage, wenn Verbrauchervertrag und Widerrufstatbestand vorliegen |
| Befristeter Makleralleinauftrag | Nach wirksamer Vertragsregel; regelmäßig zum Laufzeitende | Bei wichtigem Grund; angemessene Frist nach § 314 BGB | 14 Tage, wenn Verbrauchervertrag und Widerrufstatbestand vorliegen |
| Qualifizierter Alleinauftrag | Nach wirksamer Vertragsregel; regelmäßig zum Laufzeitende | Bei wichtigem Grund; angemessene Frist nach § 314 BGB | 14 Tage, wenn Verbrauchervertrag und Widerrufstatbestand vorliegen |
Welche Kosten entstehen bei der Kündigung des Maklervertrages?
Die finanzielle Dimension einer Maklervertragskündigung ist für viele Auftraggeber von besonderer Relevanz. Die folgenden Kostenpunkte können dabei relevant werden:
Provisionsanspruch nach Kündigung
Ein Provisionsanspruch kann trotz Vertragsende entstehen, wenn ein späterer Hauptvertrag auf einem während der Laufzeit erbrachten Nachweis oder einer Vermittlung beruht und die weiteren Voraussetzungen des § 652 BGB erfüllt sind. Eine allgemeine gesetzliche Bindungsfrist von vier bis zwölf Monaten gibt es nicht. Entscheidend sind insbesondere Kausalität, der konkrete Abschluss und die Vertragslage. Klären Sie deshalb, welche Interessenten der bisherige Makler bereits nachgewiesen hat.
Aufwandsentschädigung
Aufwendungsersatz kann nach § 652 Abs. 2 BGB bei wirksamer Vereinbarung auch ohne Vermittlungserfolg in Betracht kommen. Eine Kündigung beseitigt eine solche Vereinbarung nicht automatisch. Bei einem Verbraucherwiderruf ist möglicher Wertersatz nach § 357a BGB gesondert zu prüfen; dazu gehören ausdrückliches Verlangen nach vorzeitigem Tätigkeitsbeginn, ordnungsgemäße Information und die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen.
Schadensersatzansprüche
Verletzt ein Auftraggeber einen wirksamen Alleinauftrag, können Schadensersatzfragen entstehen. Voraussetzung, Schaden und Ursächlichkeit müssen konkret nachgewiesen werden; die volle Provision ist nicht automatisch geschuldet. Pauschale Schadensersatz- und Vertragsstrafenklauseln unterliegen insbesondere der AGB-Kontrolle nach §§ 307 und 309 BGB. Weder ihre Wirksamkeit noch ihre Unwirksamkeit lässt sich allein aus der Bezeichnung ableiten.
Nach der Kündigung: Immobilie verkaufen – so geht es richtig
Haben Sie den Entschluss gefasst, den Maklervertrag zu kündigen und Ihre Immobilie mit einem neuen Partner zu verkaufen? Dann ist der Neustart eine Chance – die Chance, von Beginn an auf einen Makler zu setzen, der Ihren Verkauf mit der notwendigen Sorgfalt, Transparenz und persönlichen Verbindlichkeit begleitet. Als inhabergeführtes Maklerbüro im Frankfurter Westend ist Marc Härter Immobilien genau das: ein verlässlicher Partner, der nicht delegiert, sondern persönlich übernimmt.
Persönliche Betreuung durch Marc Härter – vom ersten Gespräch bis zum Notartermin
Bei Marc Härter Immobilien betreut Sie der Inhaber persönlich – von der ersten Einschätzung über die Vermarktung bis zur Schlüsselübergabe. Es gibt keine Weitergabe an Mitarbeiter, keine anonymen Ansprechpartner und keine standardisierten Prozesse, die Ihrem Objekt nicht gerecht werden. Marc Härter ist Diplom-Immobilienwirt (EIA) und Immobilienbewerter nach ImmoWertV – und bringt dieses Fachwissen in jeden einzelnen Auftrag persönlich ein. Wir nehmen bewusst nur so viele Objekte an, wie wir auf höchstem Niveau betreuen können. Denn für uns zählt nicht die Menge, sondern Ihr Ergebnis.
Regelmäßige Reportings – Sie behalten stets den Überblick
Einer der häufigsten Kritikpunkte an Immobilienmaklern ist fehlende Transparenz: Eigentümer erfahren wochenlang nichts über den Stand ihrer Vermarktung, wissen nicht, wie viele Anfragen eingegangen sind, und erhalten kein Feedback aus Besichtigungen. Bei Marc Härter Immobilien ist das grundlegend anders. Wir informieren Sie regelmäßig und proaktiv über alle relevanten Entwicklungen – mit strukturierten Vermarktungsreportings, die Ihnen klaren Aufschluss geben über Reichweite und Klickzahlen Ihres Inserats, die Anzahl und Qualität der Kaufanfragen, das Feedback aus Besichtigungsgesprächen sowie unsere Einschätzung zur aktuellen Marktlage und zum weiteren Vorgehen. So behalten Sie zu jedem Zeitpunkt die volle Kontrolle – und können gemeinsam mit uns fundierte Entscheidungen treffen.
Unsere Leistungen beim Immobilienverkauf in Frankfurt im Überblick
Der Verkauf Ihrer Immobilie in Frankfurt beginnt bei Marc Härter Immobilien mit einer fundierten Immobilienbewertung nach ImmoWertV – als belastbare Grundlage für einen marktgerechten Angebotspreis. Darauf aufbauend entwickeln wir eine individuelle Vermarktungsstrategie, die Ihre Immobilie in der richtigen Zielgruppe positioniert: ob im Nordend, in Sachsenhausen, in Bockenheim oder in Kronberg im Taunus. Unser Leistungsumfang im Überblick:
Vorbereitung: Marktgerechte Immobilienbewertung nach ImmoWertV, Beschaffung und Prüfung aller Verkaufsunterlagen (inkl. Grundbuchauszug, Energieausweis, Teilungserklärung), individuelle Vermarktungsberatung und Preisfindung.
Vermarktung: Professionelle Immobilienfotografie, Erstellung eines hochwertigen Exposés, Schaltung auf allen relevanten Portalen, gezielte Social-Media-Kampagnen sowie Ansprache vorgemerkter Kaufinteressenten aus unserem Netzwerk.
Interessentenmanagement: Strukturierte und selektive Besichtigungsorganisation, Bonitätsprüfung aller Interessenten im Vorfeld, regelmäßiges Reporting an Sie als Eigentümer.
Abschluss: Professionelle Kaufpreisverhandlung in Ihrem Interesse, Koordination des Notartermins, Begleitung bei der Vertragsunterzeichnung und Übergabe der Immobilie.
Immobilie verkaufen – jetzt unverbindlich anfragen
Sie möchten Ihre Immobilie in Frankfurt oder dem Rhein-Main-Gebiet erfolgreich verkaufen – mit persönlicher Betreuung, transparenten Reportings und einem Makler, der Ihnen auf Augenhöhe begegnet? Vereinbaren Sie jetzt Ihr kostenloses und unverbindliches Erstgespräch mit Marc Härter. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden bei Ihnen.
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Makler wechseln – worauf Sie beim neuen Maklervertrag achten sollten
Wer einmal schlechte Erfahrungen mit einem Immobilienmakler gemacht hat, sollte bei der Wahl des neuen Partners besonders umsichtig vorgehen. Die folgenden Aspekte des Maklervertrages sollten vor der Unterzeichnung sorgfältig geprüft werden:
Vertragslaufzeit: Prüfen Sie Dauer, Verlängerung und Kündigungsfrist zusammen. Der BGH, Urteil vom 28. Mai 2020, I ZR 40/19, hielt beim einfachen Immobilienmakleralleinauftrag eine sechsmonatige Bindung grundsätzlich für angemessen. Das Urteil behandelt auch die Einbeziehung einer Kündigungsregel. Es besagt weder, dass jede Acht-Monats-Klausel unbedenklich ist, noch dass jede Laufzeit ab zwölf Monaten automatisch unwirksam ist.
Automatische Verlängerungsklausel: Prüfen Sie, ob der Vertrag eine automatische Verlängerung bei ausbleibender Kündigung vorsieht, und notieren Sie sich die entsprechende Kündigungsfrist rechtzeitig im Voraus.
Leistungsumfang: Lassen Sie im Vertrag genau festhalten, welche Vermarktungsleistungen der Makler schuldet: Exposé-Erstellung, professionelle Fotos, Schaltung auf welchen Portalen, Besichtigungsorganisation, Kaufpreisverhandlung etc. Für eine realistische Einschätzung des erzielbaren Kaufpreises empfiehlt sich vorab eine fundierte Immobilienbewertung in Frankfurt.
Provisionsregelung: Seit der Maklerrechtsreform 2020 gilt bei der Vermittlung von Kaufimmobilien das Prinzip der Provisionsteilung: Beauftragt der Makler sowohl Käufer als auch Verkäufer, müssen sich beide Parteien in gleicher Höhe zur Zahlung der Maklerprovision verpflichten (§ 656c BGB). Klauseln, die die gesamte Provision einseitig dem Käufer auferlegen, sind unwirksam. Diese Regelung gilt allerdings nur, wenn der Käufer als Verbraucher handelt (§ 656b BGB). Hat nur eine Partei den Makler beauftragt, ist eine Abwälzung auf die andere Partei maximal bis zur Hälfte der Provision zulässig – und der Auftraggeber muss nachweisen, dass er seinen Anteil bereits gezahlt hat (§ 656d BGB). Weitere Informationen zur gesetzlichen Provisionsteilung in Hessen finden Sie in unserem Ratgeber.
Grundbuch und Unterlagen: Für einen reibungslosen Verkaufsprozess sollten alle wertrelevanten Dokumente von Beginn an vollständig vorliegen – insbesondere der aktuelle Grundbuchauszug, der Energieausweis sowie bei Eigentumswohnungen die Teilungserklärung und die Protokolle der Eigentümerversammlungen. Ein erfahrener Makler kümmert sich um die Beschaffung und Aufbereitung dieser Unterlagen.
AGB-Prüfung: Laufzeit, Verlängerung, Form, Aufwendungsersatz und mögliche Schadenspauschalen sind anhand des vollständigen Vertrags zu prüfen. Maßgeblich sind Wortlaut, Einbeziehung und die gesetzlichen Voraussetzungen; pauschale Aussagen über alle Maklerverträge reichen dafür nicht aus.
Marc Härter Immobilien – Ihr verlässlicher Partner in Frankfurt und Rhein-Main
Marc Härter Immobilien steht für transparente Beratung, nachhaltige Kundenbeziehungen und ein tiefes Verständnis der lokalen Immobilienmärkte. Wir betreuen Eigentümer und Kaufinteressenten mit dem Anspruch, langfristige Partnerschaften auf Basis von Vertrauen und professioneller Leistung aufzubauen – weit über den reinen Vertragsabschluss hinaus.
Unser Leistungsportfolio umfasst die professionelle Wertermittlung von Immobilien in Frankfurt, die Entwicklung individueller Vermarktungsstrategien, die Begleitung von Kaufpreisverhandlungen sowie die umfassende persönliche Betreuung durch Marc Härter bis zur notariellen Beurkundung. Transparenz ist dabei kein Versprechen, sondern gelebte Praxis: Eigentümer erhalten regelmäßige Vermarktungsreportings mit konkreten Zahlen zu Reichweite, Anfragen und Besichtigungsfeedback – damit Sie zu jeder Zeit wissen, wo Ihr Verkauf steht. Informationen zu aktuellen Immobilienpreisen in Frankfurt 2026 finden Sie in unserem Marktüberblick.
Sind Sie mit Ihrem bisherigen Makler unzufrieden und suchen einen kompetenten, verlässlichen Nachfolger? Sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne – unverbindlich, diskret und auf Augenhöhe.
Fazit: Maklervertrag kündigen – so gehen Sie rechtssicher vor
Prüfen Sie zunächst, ob Widerruf, ordentliche Kündigung, wichtiger Grund oder einvernehmliche Aufhebung in Betracht kommen. Unzufriedenheit allein beendet einen wirksam befristeten Alleinauftrag nicht. Die Erklärung muss zum Vertrag und Sachverhalt passen, den Empfänger erreichen und mögliche Provisions- oder Kostenfolgen berücksichtigen.
Die wichtigsten Grundsätze zusammengefasst: Prüfen Sie Vertragsart, Laufzeit, Verlängerungs- und Formklauseln. Dokumentieren Sie Pflichtverletzungen und reagieren Sie innerhalb einer angemessenen Frist. Übermitteln Sie die Erklärung nachweisbar. Prüfen Sie außerdem, ob ein späterer Hauptvertrag noch auf einen während der Laufzeit erbrachten Maklernachweis zurückgeht; dafür gibt es keine einheitliche gesetzliche Bindungsfrist.
Marc Härter Immobilien steht Ihnen als erfahrener und verlässlicher Immobilienmakler in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet zur Seite. Ob Sie Ihre Immobilie nach dem Maklerwechsel professionell verkaufen möchten, eine fundierte Immobilienbewertung benötigen oder Fragen zu Ihrem konkreten Fall haben – wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Ratgeber dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Die dargestellten Informationen geben den Stand der Recherche zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Aktualität. Bei konkreten rechtlichen Fragen zur Kündigung eines Maklervertrages empfehlen wir stets die Hinzuziehung eines auf Makler- und Immobilienrecht spezialisierten Rechtsanwalts.
Rechtsquellen zur Beendigung des Maklervertrags
- § 314 BGB: wichtiger Grund, Abhilfe und angemessene Frist.
- § 627 BGB: Voraussetzungen bei Diensten höherer Art.
- § 652 BGB: Provision und vereinbarter Aufwendungsersatz.
- BGH, I ZR 40/19, 28. Mai 2020: einfacher Alleinauftrag, Laufzeit und Klauseleinbeziehung.
- § 356 BGB und § 357a BGB: Widerruf und Wertersatz.
Redaktionell anhand der Rechtsquellen geprüft am 11. Oktober 2026. Allgemeine Information; keine individuelle Rechtsberatung.
Quellen der ergänzten Antworten
Quellen der ergänzten Kurzantworten (Stand: 12. Oktober 2026): § 314 BGB: wichtiger Grund · § 652 BGB: Provisionsvoraussetzungen.
Primärquellen zur Aktualisierung
Prüfstand: 21. Oktober 2026. Die rechtlichen Hinweise dienen der allgemeinen Orientierung; der konkrete Fall ist gesondert zu prüfen.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zu Maklervertrag kündigen: Fristen, Gründe und Vorlage
Kann ich einen Maklervertrag kündigen, wenn ich mit dem Makler unzufrieden bin?
Ein unbefristeter einfacher Maklerauftrag kann nach dem gesetzlichen Leitbild grundsätzlich für die Zukunft beendet werden; Vertrag und Nebenpflichten sind dennoch zu prüfen. Bei einem befristeten Alleinauftrag kommt eine vorzeitige Kündigung insbesondere bei einem wichtigen Grund nach § 314 BGB oder durch einvernehmliche Aufhebung in Betracht. Bloße Unzufriedenheit reicht dafür regelmäßig nicht aus.
Wie muss die Kündigung eines Maklervertrages erfolgen?
§ 656a BGB regelt die Form des Vertragsschlusses bei Wohnungen und Einfamilienhäusern, nicht automatisch die Form jeder Kündigung. Maßgeblich ist auch die vertragliche Formklausel. Aus Beweisgründen sollte die Beendigung mindestens in Textform und nachweisbar erklärt werden. Vertrag, Objekt, Zeitpunkt und bei außerordentlicher Kündigung der konkrete Grund sollten eindeutig bezeichnet sein.
Was sind triftige Gründe für die außerordentliche Kündigung eines Maklervertrages?
Erhebliche Pflichtverletzungen können einen wichtigen Grund bilden, wenn die Fortsetzung des Vertrags unzumutbar ist. Dazu können etwa nachgewiesene Untätigkeit trotz vereinbarter Tätigkeitspflicht oder gravierende Falschangaben gehören. Vertrag, Schwere, Interessenabwägung sowie gegebenenfalls Abmahnung oder Abhilfefrist sind zu prüfen; kein einzelnes Schlagwort rechtfertigt automatisch die Kündigung.
Wie lange bin ich an einen Makleralleinauftrag gebunden?
Maßgeblich sind wirksam vereinbarte Laufzeit, Verlängerung und Kündigungsfrist. Der BGH hielt in I ZR 40/19 eine sechsmonatige Bindung beim einfachen Immobilienmakleralleinauftrag grundsätzlich für angemessen. Das ist keine pauschale Freigabe jeder Acht-Monats-Klausel und kein automatisches Verbot aller Laufzeiten ab zwölf Monaten. Der vollständige Vertrag ist zu prüfen.
Muss ich nach der Kündigung noch Provision zahlen?
Ein Provisionsanspruch kann trotz Vertragsende entstehen, wenn der spätere Hauptvertrag auf einem während der Laufzeit erbrachten Nachweis oder einer Vermittlung beruht und die weiteren Voraussetzungen des § 652 BGB erfüllt sind. Eine allgemeine gesetzliche Bindungsfrist von vier, sechs oder zwölf Monaten gibt es nicht; entscheidend sind Kausalität, zeitlicher Abstand und Einzelfall.
Kann ich einen Maklervertrag widerrufen?
Verbraucher können einen Maklervertrag grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen widerrufen, wenn er als Fernabsatzvertrag oder außerhalb der Geschäftsräume geschlossen wurde. Für Fernabsatz reicht E-Mail, Telefon oder Online-Kontakt allein nicht; der Vertrag muss im Rahmen eines organisierten Fernabsatzsystems zustande kommen. Bei fehlender ordnungsgemäßer Belehrung erlischt das Recht grundsätzlich spätestens zwölf Monate und 14 Tage nach dem maßgeblichen Fristbeginn.
Was ist zu tun, wenn der Makler auf die Kündigung nicht reagiert?
Eine wirksame Kündigung benötigt keine Zustimmung des Maklers. Entscheidend sind zulässiger Beendigungsweg, erforderliche Form und Zugang. Bewahren Sie Erklärung und Zugangsnachweise auf; eine Versandbestätigung allein beweist nicht jeden Zugang oder den Inhalt. Bei Streit über Fortsetzung oder Kosten sollte der Vertrag rechtlich geprüft werden.
Darf ich während eines laufenden Alleinauftrags einen anderen Makler beauftragen?
Nein. Beim einfachen Makleralleinauftrag und insbesondere beim qualifizierten Alleinauftrag ist die Beauftragung eines weiteren Maklers während der Vertragslaufzeit untersagt. Verstöße können Schadensersatzansprüche des ursprünglichen Maklers auslösen. Beim einfachen Alleinauftrag darf der Eigentümer zwar selbst einen Käufer suchen, jedoch ebenfalls keinen weiteren Makler beauftragen.
Was sind Off-Market-Immobilien und wie kann ich davon profitieren?
Off-Market bedeutet eine Vermarktung ohne breite öffentliche Inserierung. Bei einem Maklerwechsel sollte zunächst die bestehende Bindung beendet oder geklärt sein; erst danach wird der passende Vermarktungsweg für das konkrete Objekt entschieden. Weniger öffentliche Sichtbarkeit garantiert weder günstigere Konditionen noch einen schnelleren Abschluss.
Kann ich vom Maklervertrag zurücktreten?
Rücktritt, Widerruf und Kündigung sind unterschiedliche Rechtsinstrumente. Ein Verbraucherwiderruf hängt unter anderem vom Vertragsschluss, Fristbeginn und einem möglichen Erlöschen ab. Eine Kündigung betrifft grundsätzlich die Zukunft; bei einem befristeten Vertrag sind Vertragsregel oder wichtiger Grund zu prüfen. Welche Erklärung passt, entscheidet der konkrete Sachverhalt.
Welche Rolle spielt § 627 BGB bei der Kündigung eines Maklervertrages?
§ 627 BGB gilt für Dienstverhältnisse über Dienste höherer Art und darf nicht ohne Prüfung auf jeden Maklervertrag übertragen werden. Bei einem unbefristeten einfachen Maklerauftrag besteht nach dem gesetzlichen Leitbild regelmäßig eine Beendigungsmöglichkeit; Grundlage, Grenzen und mögliche Folgen hängen jedoch vom Vertragstyp und den konkreten Pflichten ab.
Was passiert, wenn ich die 2-Wochen-Frist für die außerordentliche Kündigung versäume?
Für Maklerverträge gilt nicht automatisch die starre Zwei-Wochen-Frist des § 626 Abs. 2 BGB. Bei einer außerordentlichen Kündigung eines Dauerschuldverhältnisses verlangt § 314 Abs. 3 BGB eine Erklärung innerhalb einer angemessenen Frist nach Kenntnis des Grundes. Bei Pflichtverletzungen kann zuvor eine Abhilfefrist oder Abmahnung erforderlich sein. Handeln Sie deshalb zeitnah und lassen Sie den Einzelfall rechtlich prüfen.
Kann ich die Kündigung des Maklervertrags per E-Mail schicken?
Eine E-Mail kann bei zulässiger Textform genügen. Maßgeblich sind der konkrete Vertrag und eine wirksame Formregelung; § 656a BGB betrifft zunächst den Vertragsschluss und legt nicht automatisch jede Kündigungsform fest. Bewahren Sie den Inhalt und einen belastbaren Nachweis des Zugangs auf.
Zuletzt fachlich geprüft am
Redaktionell sowie in einem gesonderten zweiten fachlichen Durchgang einschließlich rechtlicher Aussagen am 21. Oktober 2026 geprüft. Primärquellen und besondere Voraussetzungen stehen im Beitrag. Allgemeine Information, keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung.Für die Bebilderung unserer Ratgeber nutzen wir KI-generierte Fotos und Grafiken. Diese sind im Beitrag entsprechend gekennzeichnet.Persönliche Beratung
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